Politik

Einreise aus Drittstaaten EU-Länder lassen Geimpfte wieder rein

224105111.jpg

Die Reisebeschränkungen für Urlauber aus Nicht-EU-Staaten werden wieder gelockert.

(Foto: picture alliance / ANP)

Die EU-Staaten lockern die zu Beginn der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote für Drittstaaten: Vollständig Geimpfte dürfen bald wieder aus allen Ländern in die EU einreisen. Zudem können mehr Staaten von Einreiseverboten ausgenommen werden. Aber eine Notbremse wird eingeführt.

Angesichts großer Impf-Fortschritte in Ländern wie den USA oder Israel will die Europäische Union die Einschränkungen bei der Einreise aus Drittstaaten deutlich lockern. Touristen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, können bald wieder einfacher in den Staatenblock einreisen. Für sie sollen die zu Beginn der Pandemie verhängten Einschränkungen für nicht zwingend notwendige Einreisen nach einer Einigung der EU-Botschafter wegfallen, wie aus Diplomatenkreisen verlautet. Dies solle dann gelten, wenn die EU-Staaten einen Impfnachweis auch für das Reisen innerhalb des Staatenblocks akzeptierten. Die Entscheidung vom heutigen Mittwoch muss noch formell von den EU-Staaten bestätigt werden.

Parallel dazu arbeitet die EU daran, das Reisen innerhalb Europas mithilfe eines Impfzertifikats einfacher zu machen. Die Verhandlungen zwischen EU-Staaten und Europaparlament am Dienstagabend brachten jedoch kein Ergebnis und gehen am Donnerstag in die nächste Runde.

Um sich vor der Pandemie zu schützen, hatten sich im März 2020 alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island auf Empfehlungen auf einen weitgehenden Stopp für nicht zwingend notwendige Einreisen geeinigt. Rechtlich bindend sind die Empfehlungen nicht, doch sie gelten als wichtiger Richtungsentscheid.

Einreise zwei Wochen nach der letzten Impfung

227806617.jpg

Im März 2020 hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island auf einen weitgehenden Stopp für nicht zwingend notwendige Einreisen geeinigt.

(Foto: picture alliance / ANP)

Ausnahmen gibt es etwa für Familienmitglieder, Diplomaten oder medizinisches Personal. Im vergangenen Sommer legten die EU-Staaten dann fest, unter welchen Bedingungen die Einreise aus bestimmten Staaten mit guter Viruslage einfacher werden sollte. Derzeit sind sieben Drittstaaten auf der entsprechenden "Weißen Liste". Die Einigung vom Mittwoch sieht nun vor, dass Geimpfte künftig zwei Wochen nach der letzten Impfung wieder einreisen dürfen, wenn sie einen gültigen Impfnachweis vorlegen. Dabei soll auch eine Rolle spielen, ob geimpfte EU-Bürger ebenfalls in den entsprechenden Drittstaat reisen dürfen.

Akzeptiert werden sollen Impfstoffe, die in der EU zugelassen sind. Dies sind bislang die vier Präparate von Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson sowie von Astrazeneca. Die EU-Staaten können allerdings selbst entscheiden, ob sie für Geimpfte weiter Test- oder Quarantänepflichten verhängen. Einige Länder wie Griechenland erlauben Geimpften aus einigen Drittstaaten schon jetzt die Einreise ohne Quarantäne.

Notbremse und "Weiße Liste"

Mehr zum Thema

Auch sollen künftig wieder mehr Menschen unabhängig von der Impfung einreisen dürfen. Dazu lockern die EU-Staaten ein Kriterium der "Weißen Liste". So soll der Grenzwert für die Anzahl von Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen von 25 auf 75 angehoben werden. Weitere Kriterien sind etwa die Test- sowie die Positivrate in einem Land. Aus welchen Ländern die Einreise unter diesen Voraussetzungen bald einfacher wird, beraten die EU-Staaten in den kommenden Tagen gesondert.

Für den Fall, dass sich die Corona-Lage in einem Land binnen kurzer Zeit dramatisch zuspitzt, ist eine Art Notbremse vorgesehen. Diese soll insbesondere für Regionen eingesetzt werden, in denen besorgniserregende Virusvarianten auftreten. Dann soll unverzüglich ein strikter Einreisestopp mit nur wenigen Ausnahmen verhängt werden.

Quelle: ntv.de, abe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.