Politik

Andere Lieferanten im Blick EU will russische Gas-Importe schnell reduzieren

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Die EU bezieht derzeit mehr als 40 Prozent ihres Erdgases aus Russland.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die EU-Kommission will sich in den kommenden Jahren unabhängig von Russlands Gaslieferungen machen. Dafür will sie auf erneuerbare Energien und Importe aus Ländern wie Katar, den USA und Ägypten setzen. Auch US-Außenminister Blinken dringt auf Europas Unabhängigkeit von russischem Gas.

Die Europäische Kommission will die Abhängigkeit der EU von russischem Gas drastisch verringern. Mit Hilfe anderer Lieferanten und dem Ausbau erneuerbarer Energien lasse sich die "Nachfrage der EU nach russischem Gas um zwei Drittel bis Ende des Jahres reduzieren", erklärte die EU-Kommission. Bis spätestens 2030 soll die EU nach den Plänen der Behörde unabhängig von russischen fossilen Brennstoffen sein.

Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine rief auch US-Außenminister Antony Blinken Europa dazu auf, seine Energieabhängigkeit von Russland zu reduzieren. "Ich denke, es ist nicht nur eine bedeutende Gelegenheit, sondern in diesem Moment eine Notwendigkeit, für viele Länder in Europa, sich endlich von der Abhängigkeit von russischer Energie zu lösen. Weil Russland sie als Waffe benutzt", sagte Blinken bei einem Besuch in Estland. Es gebe bereits Länder, die darauf reagierten und Anstrengungen unternommen hätten. Es sei unerlässlich, so schnell wie möglich bei den erneuerbaren Energien voranzukommen, sagte Blinken in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte wegen der fortgesetzten russischen Angriffe auf sein Land dazu aufgerufen, Energieimporte aus Russland einzustellen. Die Bundesregierung lehnt ein solches Embargo für russisches Öl und Gas derzeit ab. Estlands Regierungschefin Kaja Kallas äußerte sich nach ihrem Treffen mit Blinken ebenfalls zurückhaltend zu einem Embargo. Auf eine Frage danach verwies sie darauf, dass "verschiedene europäische Länder in unterschiedlichem Maße" von russischem Gas und Öl abhängig seien. "Wir müssen alternative Energiequellen haben", sagte Kallas. Das Vorgehen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin scheine alle Länder dazu zu bewegen, mehr auf erneuerbare Energien zu setzen. Doch dies geschehe nicht über Nacht, sagte sie.

Versorgung diesen Winter gesichert

Derzeit bezieht die Union nach Angaben der EU-Kommission mehr als 40 Prozent ihres Erdgases aus Russland. Bei einer breiter aufgestellten Versorgung durch alternative Lieferanten setzt die Kommission besonders auf verflüssigtes Erdgas (LNG). Dieses könne die EU künftig stärker aus Ländern wie Katar, den USA und Ägypten importieren, heißt es in dem Vorschlag der Brüsseler Behörde. Um für vollere Gasspeicher in Europa zu sorgen, schlug die Kommission eine Regel vor, dass bis Oktober jedes Jahres die Gasspeicher zu mindestens 90 Prozent gefüllt sein müssen. Derzeit liegt der Stand bei rund 30 Prozent. Für diesen Winter sei die Versorgung der Mitgliedstaaten aber gesichert.

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Außerdem soll mehr auf Biogas und Wasserstoff gesetzt werden. Wasserstoff soll verstärkt aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, die Infrastruktur für die Gewinnung von Wasserstoff ausgebaut werden. Die Kommission schlägt zudem vor, den Ausbau der erneuerbaren Energien wie Solar und Windkraft weiter zu verstärken. Das Anbringen von Solaranlagen auf Dächern soll beschleunigt werden, ebenso sollen Genehmigungsverfahren weniger lange dauern.

Mit diesen Vorschlägen will die Brüsseler Behörde gleichzeitig gegen die hohen Energiepreise vorgehen. In diesem Zusammenhang schlägt sie vor, dass die Mitgliedstaaten ihre bisherigen Maßnahmen zur Entlastung der Haushalte beibehalten. Einige Länder wie Frankreich hatten einkommensschwachen Haushalten Gutscheine ausgestellt. In Deutschland hatte die Regierung im Februar ein Entlastungspaket auf den Weg gebracht, das unter anderem einen einmaligen Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger vorsieht.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP

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