Politik

Handelsbeziehungen abgebrochenEmirate melden iranischen Raketenangriff - Teheran dementiert

19.08.2026, 03:21 Uhr
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Das Internationale Finanzzentrum in Dubai. Die Emirate waren bislang einer der wichtigsten Handelspartner des Iran. (Foto: picture alliance / Anadolu)

In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es Luftalarm, zum ersten Mal seit Monaten. Zwei ballistische Raketen werden abgefangen, kurz danach setzt Abu Dhabi sämtliche Handelsbeziehungen zum Iran aus. Der bestreitet, etwas mit dem Angriff zu tun zu haben.

Inmitten neuer Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Teheran Vorwürfe eines Raketenangriffs auf den Golfstaat "kategorisch" zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien falsch und schadeten der Stabilität in der Region, erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei. Die Emirate hatten zuvor erklärt, dass der Iran erstmals seit Monaten wieder Raketen auf das Land abgefeuert habe.

Eine ballistische Rakete sei außerhalb der Hoheitsgewässer abgefangen worden, eine Zweite innerhalb. Man befinde sich in höchster Alarmbereitschaft. Am Abend hob das Innenministerium in Abu Dhabi die Warnung wieder auf. Raketen aus dem Iran hatten die Emirate zuletzt Anfang Mai abgefangen. Zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren die Emirate besonders stark angegriffen worden. Im Mai war nach einem Drohnenangriff ein Feuer in einem emiratischen Atomkraftwerk ausgebrochen.

Irans Außenamtssprecher Bakaei erklärte dazu, dass Teheran "den Vorwurf der Vereinigten Arabischen Emirate, dass der Iran ein Rakete in Richtung dieses Landes abgefeuert hat, kategorisch zurückweist". Der Vorwurf aus Abu Dhabi sei schädlich für das Vertrauen und die Sicherheitsbemühungen in der Region.

Abu Dhabi reagiert umgehend

Unmittelbar zuvor hatten die Emirate als Reaktion auf den Raketenbeschuss bis auf Weiteres sämtliche Handels- und Finanzgeschäfte mit dem Iran ausgesetzt. Angesichts der jüngsten Eskalation in der Region seien "der gesamte Handel, der kommerzielle Austausch und Finanztransaktionen mit dem Iran" gestoppt worden, erklärte Außenministeriumssprecherin Afra Al Hameli.

Die Emirate sind ein Handelszentrum für Iraner. Beide Staaten unterhalten eine bedeutende Handelspartnerschaft. Das bilaterale Handelsvolumen beläuft sich jährlich auf Dutzende Milliarden US-Dollar. Laut der iranischen Zollbehörde waren die Emirate im am 20. März 2024 endenden Handelsjahr Irans größte Handelsquelle - der Iran führte demnach Waren im Wert von 20,8 Milliarden US-Dollar ein und exportierte Waren im Wert von 6,6 Milliarden US-Dollar. Eine Aussetzung des Handels- und Finanzverkehrs würde daher eine erhebliche Beeinträchtigung der langjährigen Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder bedeuten. 

Die arabischen Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar beherbergen wichtige US-Militärstützpunkte und geraten dadurch immer wieder ins Visier iranischer Vergeltungsschläge. Trotz bestehender Vorbehalte gegenüber Teheran versuchen sie, eine direkte Kriegsbeteiligung zu vermeiden.

Zuletzt warfen die Emirate Teheran wiederholt Angriffe auf Tanker des staatlichen Ölkonzerns Adnoc in der Straße von Hormus vor. Der Golfstaat hatte 2020 im Rahmen des Abraham-Abkommens seine Beziehungen zu Israel normalisiert.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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