Politik

Herausforderer von al-Sisi Emirate schieben ägyptischen Ex-Premier ab

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Schafik war von Januar bis März 2011 ägyptischer Premier.

(Foto: picture alliance / dpa)

Als letzter Premier dient Ahmad Schafik unter dem ägyptischen Präsidenten Mubarak. Im Zuge des Arabischen Frühlings flüchtet er in die Vereinigten Arabischen Emirate. Kurz nach Bekanntgabe seiner Präsidentschaftskandidatur schieben diese ihn ab.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben den ehemaligen ägyptischen Regierungschef Ahmad Schafik in seine Heimat abgeschoben. Schafik, der im kommenden Jahr bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten antreten will, wurde nach Angaben einer Mitarbeiterin von Vertretern der Emirate in seinem Haus abgeholt und in ein privates Flugzeug nach Kairo gesetzt.

Schafik hatte am Mittwoch kurz nach der Bekanntgabe seiner Kandidatur gegen den amtierenden Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi erklärt, die Vereinigten Arabischen Emirate hinderten ihn an der Ausreise. Damit brachte er die Behörden des Landes, in dem er seit 2012 lebt, gegen sich auf. Schafiks Anwältin Dina Adly schrieb auf Facebook, ihr Mandant sei "festgenommen" worden, um nach Ägypten geschickt zu werden.

Flucht nach dem Arabischen Frühling

Der pensionierte General Schafik hatte als letzter Ministerpräsident unter Staatschef Husni Mubarak gedient, der 2011 unter dem Eindruck der Massenproteste im Zuge des Arabischen Frühlings zurückgetreten war. Ein Jahr später unterlag er bei der ersten freien Präsidentschaftswahl in Ägypten dem Islamisten Mohammed Mursi, der 2013 vom Militär gestürzt wurde.

Schafik setzte sich daraufhin in die Vereinigten Arabischen Emirate ab. Ein Gericht in Kairo sprach ihn 2013 in Abwesenheit von Korruptionsvorwürfen frei. Schafik war zur Last gelegt worden, im Jahr 1995 als ranghoher Luftverkehrsbeamter mehrere Grundstücke weit unter Marktwert an Mubaraks Söhne Alaa und Gamal verkauft zu haben. Der langjährige ägyptische Staatschef Mubarak und seine beiden Söhne wurden zu Haftstrafen wegen Korruption verurteilt.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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