Politik

Prozess beginnt mit ApplausErdogan-Gegner Imamoglu drohen über 2000 Jahre Haft

09.03.2026, 10:54 Uhr
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Imamoglu wird unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. (Foto: REUTERS)

Nach fast einem Jahr im Gefängnis steht Ekrem Imamoglu in Istanbul vor Gericht. Neben dem Oppositionspolitiker sind Hunderte weitere Personen angeklagt. Kritiker halten den Prozess für politisch motiviert. Imamoglus Ehefrau ist dennoch hoffnungsvoll.

Der Hauptprozess gegen den ehemaligen Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu hat fast ein Jahr nach seiner Verhaftung in Istanbul begonnen. Dem Oppositionspolitiker und Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan drohen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mehr als 2000 Jahre Haft. Ihm werden unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen.

Insgesamt sind 407 Menschen angeklagt, 105 davon sitzen in Untersuchungshaft. Im Prozesssaal erklang lauter Applaus für den eintretenden Imamoglu. Unter den Beschuldigten sind auch Imamoglus Anwalt, sein Sprecher sowie Journalisten. Menschenrechtsorganisationen und Kritiker werten den Prozess als politisch motiviert. Seine Verhaftung und Absetzung löste eine landesweite Protestwelle aus.

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Hochsicherheitsprozess: Türkische Sicherheitskräfte stehen Wache vor dem Silivri-Gefängnis, in dem Ekrem Imamoglu vor Gericht steht. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Imamoglu wäre der aussichtsreiche Gegner des türkischen Präsidenten bei zukünftigen Wahlen. Er war im März vergangenen Jahres wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet und als Bürgermeister abgesetzt worden. Auch sein Universitätsdiplom - Voraussetzung für eine Präsidentschaftskandidatur - wurde annulliert.

Dilek Imamoglu, die Ehefrau des Angeklagten, sagte noch vor Beginn, sie betrachte den Prozess nicht nur als persönliche Angelegenheit, sondern als wichtige Bewährungsprobe für die Rechtsstaatlichkeit im Land. "Unsere Hoffnung ist sehr groß. Denn wir wissen, dass wir im Recht sind, und daran glauben wir von ganzem Herzen."

Für sie sei ein gutes Ergebnis nicht nur ein Freispruch. "Ein 'gutes Ergebnis' bedeutet für mich, dass das Vertrauen der Gesellschaft in die Justiz wieder gestärkt wird." Wöchentlich soll nun von Montag bis Donnerstag verhandelt werden, hieß es vom Richter.

Quelle: ntv.de, lar/dpa

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