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Dienstag, 15. Mai 2018

Vorgehen Israels in der Kritik: Erdogan spricht von "Genozid"

Nach den tödlichen Konfrontationen an der Grenze zum Gazastreifen spricht Frankreichs Präsident Macron von "Gewalt der israelischen Streitkräfte gegen die Demonstranten". Der türkische Präsident Erdogan greift zu deutlich schärferen Worten.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat das Vorgehen Israels im Gazastreifen als "Genozid" bezeichnet. "Das was Israel macht, ist ein Genozid. Egal von welcher Seite er kommt, von Amerika oder von Israel, ich verfluche dieses humanitäre Drama, diesen Genozid", sagte Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Erdogan ordnete drei Tage Trauer für die am Montag getöteten Palästinenser an.

Am Montag hatten die USA ihre Botschaft in Jerusalem eröffnet. Im Gazastreifen kam es parallel zu gewaltsamen Protesten, bei denen israelische Soldaten 55 Palästinenser erschossen. Mehr als 2400 weitere Menschen wurden verletzt, rund die Hälfte davon durch Schüsse, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Die Proteste richten sich auch gegen die seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten.

Macron verurteilt Gewalt Israels

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron berurteilte "die Gewalt der israelischen Streitkräfte gegen die Demonstranten". In Telefonaten mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem jordanischen König Abdullah beklagte Macron "die große Zahl ziviler palästinensischer Opfer in Gaza heute und in den vergangenen Wochen", wie der Élyséepalast mitteilte. Macron habe alle Verantwortlichen zur Zurückhaltung und zur Deeskalation aufgerufen und die Notwendigkeit unterstrichen, dass die Demonstrationen der kommenden Tage friedlich bleiben. 

Er erinnerte an die Missbilligung seines Landes für die amerikanische Entscheidung zur Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem. "Der Status von Jerusalem kann nur zwischen den Parteien bestimmt werden, in einem unter der Schirmherrschaft der internationalen Gemeinschaft ausgehandelten Rahmen." Am Dienstag will Macron sich mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu austauschen.

Quelle: n-tv.de