Politik

Hinweise im Munitionsskandal? Ermittler werten Handy von KSK-General aus

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Beim Kommandos Spezialkräfte kehrt keine Ruhe ein: gegen Brigadegeneral Markus Kreitmayr wird wegen Strafvereitelung ermittelt.

(Foto: dpa)

Eigentlich soll Markus Kreitmayr im Auftrag der Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer das Kommando Spezialkräfte reformieren und neu aufstellen. Seit einiger Zeit ermitteln die Behörden jedoch gegen den Brigadegeneral. Er soll Initiator einer hochumstrittenen Aktion gewesen sein.

Die Militärpolizei hat im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen der Munitionsaffäre beim Kommando Spezialkräfte (KSK) Kommunikationsgeräte des KSK-Kommandeurs, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, sichergestellt. Feldjäger setzten damit nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein am Freitag übermitteltes Amtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Tübingen um. Nach diesen Informationen werten bereits Bundeswehr-Experten zusammen mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg das Diensthandy sowie ein dienstliches Tablet des Generals aus. Beteiligt ist demnach die militärische Fachabteilung CERTBw, das Computer Emergency Response Team der Bundeswehr.

Im Frühjahr 2020 war es nach Angaben des Verteidigungsministeriums zu einer Sammelaktion von Munition am KSK-Standort in Calw in Baden-Württemberg gekommen. Soldaten konnten demnach straffrei Munition zurückgeben, die zuvor nach Schießübungen nicht abgegeben oder auch entwendet worden war. Kreitmayr soll die Aktion angeordnet haben, lautet der Vorwurf. Mehr als 40.000 Schuss Munition sollen dabei zusammengekommen sein.

Die Staatsanwaltschaft Tübingen prüft den Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen Paragraf 40 des Wehrstrafgesetzes, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Matthias Grundke Anfang April erklärt hatte. Dies sei vergleichbar mit dem Straftatbestand der Strafvereitelung. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt Kreitmayr als unschuldig. Er hat sich zu dem Sachverhalt bislang nur intern, nicht aber öffentlich geäußert.

Das Kommando Spezialkräfte steht seit längerer Zeit wegen rechtsextremer Vorfälle unter verschärfter Beobachtung. Eine Reform der Truppe ist aktuell im Gange. Pikant ist, dass Brigadegeneral Kreitmayr eine der Schlüsselfiguren bei der von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer initiierten Neuaufstellung der Spezialeinheit ist.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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