Politik

Bei Einreise in BerlinErmittlern geht mutmaßliches Hamas-Mitglied ins Netz

24.01.2026, 16:24 Uhr
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Der im Libanon geborene Mann sei am Freitagabend bei seiner Einreise von Beirut am Flughafen Berlin-Brandenburg festgenommen worden. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Bundesanwaltschaft hatte bereits im vergangenen Jahr mehrere Männer wegen der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung festnehmen lassen. Sie werden beschuldigt, Waffen für Hamas-Terroristen beschafft zu haben. Nun klicken erneut die Handschellen.

Die Bundesanwaltschaft hat ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation Hamas festnehmen lassen. Der 36-Jährige soll scharfe Munition beschafft haben, die mutmaßlich für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa dienen sollte, wie die Karlsruher Behörde mitteilte.

Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei nahmen den Mann am Freitagabend bei seiner Einreise von der libanesischen Hauptstadt Beirut nach Berlin am Hauptstadtflughafen BER fest. Die Bundesanwaltschaft legt ihm zur Last, Mitglied der Hamas zu sein und Teil eines Teams sogenannter Auslandsoperateure gewesen zu sein.

Nach Einschätzung der Ermittler soll der im Libanon geborene Mann etwa 300 scharfe Patronen für die Gruppe beschafft haben. Der 36-Jährige wurde im Laufe des Tages dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt, der laut einer Behördensprecherin Haftbefehl erlassen hat.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Festnahmen und Inhaftierungen mutmaßlicher Hamas-Mitglieder in Deutschland gegeben. Sie sollen ebenfalls in die Beschaffung von Waffen für die radikalislamische Palästinenserorganisation verwickelt sein.

Der britische Staatsangehörige Mohammed A. war im November im Wege der Rechtshilfe in London festgenommen worden, wenige Wochen davor drei weitere mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Berlin. A. soll den Ermittlern zufolge im Sommer einen der drei anderen Beschuldigten in Berlin getroffen und von diesem fünf Pistolen sowie Munition entgegengenommen haben. Die Waffen habe er anschließend nach Österreich gebracht und in Wien eingelagert.

Die deutschen Geheimdienste sehen eine anhaltende Gefahr durch die radikale Palästinenserorganisation. In Deutschland gebe es "schon seit Langem einen Rückzugs- und Infrastrukturraum auch für die Hamas", sagte der Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz, Sinan Selen, bereits Mitte Oktober in einer Anhörung vor dem Bundestag in Berlin.

Quelle: ntv.de, gut/rts/dpa

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