Politik

Nach Angriff in Leipzig Esken verteidigt ihre Polizei-Kritik

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Saskia Esken bleibt bei ihrer Aussage.

(Foto: picture alliance/dpa)

War die Polizeitaktik in Leipzig die richtige? Diese Frage stellt SPD-Chefin Saskia Esken nach dem Angriff auf mehrere Beamte und erfährt dafür wenig Gegenliebe. Sie habe nicht die Polizisten kritisieren wollen, stellt Esken jetzt klar. Ihre Worte seien falsch interpretiert worden.

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat ihre Äußerung zur Polizeitaktik beim Silvestereinsatz in Leipzig konkretisiert, die teils als Kritik an den Beamten aufgefasst worden war. Inhaltlich rückte sie davon aber nicht ab. "Es geht mir nicht darum, Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte zu kritisieren in ihrem Handeln", sagte sie im ZDF. "Dann sage ich, dass mir das leid tut, dass so eine Interpretation natürlich vollkommen falsch ist." Es gehe ihr darum, infrage zu stellen, ob es genug Polizisten gegeben habe und ob deren Vorgehensweise richtig gewesen sei - etwa hinsichtlich der Frage, "an welchen Ort begibt man sich und wie geht man mit der Eskalation um".

Esken hatte eine Überprüfung des Leipziger Polizeieinsatzes gefordert. Sollte eine falsche Einsatztaktik die Polizistinnen und Polizisten "unnötig in Gefahr gebracht haben", liege die Verantwortung dafür beim sächsischen Innenminister Roland Wöller. Im Sinne der Polizeibeamten müsse jetzt schnell geklärt werden, ob die Einsatztaktik angemessen gewesen sei, sagte sie.

Unter anderem Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte nach Eskens Äußerung dazu geraten, eher über die Gewalttäter zu reden: "Die muss man politisch, medial und mit Polizei und Justiz bekämpfen, statt aus der Ferne über die Strategie der Polizei zu schlaumeiern."

Bei dem Einsatz in dem alternativen Stadtteil Connewitz war ein Polizist schwer am Kopf verletzt worden, nach Einschätzung der Ermittler von Linksextremisten. Er wurde operiert, konnte das Krankenhaus inzwischen aber wieder verlassen. Zuerst hatte die Polizei mitgeteilt, der Beamte habe sich einer Not-OP unterziehen müssen. Diese Aussage schwächte ein Sprecher später wieder ab: der Mann sei nicht lebensbedrohlich verletzt gewesen.

Das Amtsgericht Leipzig hat mittlerweile Haftbefehl gegen vier Männer erlassen, die in der Silvesternacht bei den Angriffen festgenommen worden waren. Den vier Beschuldigten im Alter zwischen 27 und 32 Jahren werden unter anderem tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung vorgeworfen, teilte das Landeskriminalamt Sachsen mit.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa