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"Wir tun das für unsere Kinder" Etliche Menschen bei Klimaprotesten festgesetzt

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In der britischen Hauptstadt sind 135 Menschen vorläufig festgenommen worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Berlin, London und Amsterdam demonstrieren Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion und blockieren mehrere Straßen. Die Polizei nimmt allein in Amsterdam etwa 50 Menschen fest. Mehr als doppelt so viele stellen die Beamten allerdings in einer anderen Stadt - darunter ist auch eine 81-Jährige.

Die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion startete in mehreren europäischen Städten Protestaktionen. Die Bewegung will mit den weltweiten Demonstrationen auf eine drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. Aktivisten blockierten deshalb in Berlin den Großen Stern, eine zentrale Kreuzung im Westen der Stadt, an der fünf mehrspurige Straßen aufeinandertreffen und bauten eine Arche an der Siegessäule auf. Das hölzerne Boot soll an das Artensterben erinnern. Die als Seenotretterin bekannt gewordene Kapitänin Carola Rackete hatte zudem eine Rede gehalten. Der Protest sei friedlich abgelaufen, teilte die Polizei mit. Es war von rund 1000 Menschen vor Ort die Rede, die Veranstalter schätzten etwa 1200.

Die Amsterdamer Polizei nahm etwa 50 Demonstranten vorläufig fest. Die Demonstranten waren zunächst aufgefordert worden, die Straße zu verlassen. Sie hatten am frühen Morgen eine wichtige Durchgangsstraße beim Amsterdamer Reichsmuseum blockiert und Dutzende kleine Zelte aufgestellt. Der Polizeieinsatz verlief nach Medien-Angaben aber friedlich.

Mit "zivilem Ungehorsam" solle die Regierung gezwungen werden, mehr für den Klimaschutz zu tun, sagte ein Sprecher der Demonstranten im niederländischen Radio. Die vorwiegend jungen Leute sangen Lieder und trugen Transparente mit Aufschriften wie "Es gibt keinen Planet B" oder "Seid ehrlich!" Die Stadt hatte die Protestaktion aber an dieser Stelle verboten. Als die Demonstranten dennoch die Straße blockiert hatten, sperrte die Polizei die Straßen rund um das Museum ab, um den Zustrom von weiteren Demonstranten zu unterbinden. "Polizei - wir lieben dich", riefen die Demonstranten. "Wir tun das für unsere Kinder."

81-jährige Sozialarbeiterin in London festgenommen

Nur Stunden nach Beginn des Klimaprotests sind in London mindestens 135 Menschen festgenommen worden. Darunter war auch eine 81-jährige ehemalige Sozialarbeiterin aus Oxford. Bereits im April waren bei den weitgehend friedlichen Demonstrationen mehr als 1100 Anhänger der Bewegung in der britischen Hauptstadt festgesetzt worden. Im Regierungsviertel Westminster waren eine Brücke und mehrere Straßen vorübergehend besetzt worden.

Die Klimaaktivisten in Deutschland stoßen sich am Klimapaket der Bundesregierung, dessen Ziel es ist, bis 2030 eine CO2-Einsparung von 55 Prozent im Vergleich zu 1990 zu erreichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte bei der Eröffnung einer Klimaausstellung im baden-württembergischen Sinsheim, im Klimaschutzgesetz werde ein verlässliches, transparentes und überprüfbares Monitoring zur Einhaltung der für die einzelnen Sektoren festgelegten jährlichen Obergrenzen beim CO2-Ausstoß verankert. "Das soll eigentlich schon am Mittwoch passieren", sagte Merkel. Die Bundesregierung arbeite daran.

Die Umweltschützer fordern unter anderem eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes und wollen eine Woche lang mit Aktionen auf die Klimaveränderungen aufmerksam machen. Nicht nur in Europa, auch in Australien waren Aktionen geplant.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa/AFP/rts

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