Politik

US-Corona-Situation "nicht gut" Experte Fauci fordert "sofortiges" Handeln

US-Präsident Trump spielt die Coronavirus-Pandemie und deren Folgen weiter herunter. Doch der führende Gesundheitsexperte des Landes, Fauci, spricht Klartext und sagt: Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht.

Einer der führenden Gesundheitsexperten der USA hat sich angesichts des raschen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt. Die gegenwärtige Lage sei "wirklich nicht gut" und erfordere "sofortiges" Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci. Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht und steckten daher immer noch tief in der ersten Welle des Virus, sagte Fauci. Die Wiederöffnung der Wirtschaft und die nötigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus dürften nicht als Widerspruch gesehen werden, mahnte er.

Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Mitte Juni infolge der Lockerung der Corona-Auflagen stetig gestiegen. Seit einer Woche melden US-Behörden im Schnitt fast 50.000 Neuinfektionen pro Tag, vor allem aus den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien.

"Wir werden das schaffen"

Die "ernste" Lage erfordere dringendes Handeln, um das Virus langfristig einzudämmen. "Wir werden das schaffen", sagte Fauci. Er betonte, die klinischen Studien für die Erprobung möglicher Impfstoffe machten gute Fortschritte. Er hatte zuvor erklärt, es könne vielleicht schon Anfang nächsten Jahres eine Impfung geben.

Fauci ist der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Vergangene Woche hatte er bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100.000 steigen.

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Präsident Donald Trump spielte die von der Zuspitzung der Pandemie ausgehende Bedrohung weiterhin herunter. Die Sterblichkeitsrate sei dramatisch gefallen, so Trump. Am Wochenende hatte er zum Entsetzen von Medizinern behauptet, 99 Prozent der Infektionen verliefen "völlig harmlos". In den USA sind rund 130.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben.

Quelle: ntv.de, bad/dpa