Bundesagent erschoss Renee GoodFBI-Chef stoppt Untersuchung zu tödlichem ICE-Einsatz

Renee Good wird in ihrem Auto von einem Mitarbeiter der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen. Präsident Trump stellt die dreifache Mutter schnell als die Schuldige dar - das beeinflusst offenbar die Ermittlungen zu den Umständen von Goods Tod.
Der Chef der US-Bundespolizei FBI hat laut "New York Times" eine unabhängige Untersuchung der tödlichen Schüsse eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf Renee Good verhindert. Demnach befürchteten FBI-Chef Kash Patel und weitere hochrangige Beamte der US-Regierung, dass die Ergebnisse einer sogenannten Bürgerrechtsuntersuchung im Widerspruch zu den Behauptungen von US-Präsident Donald Trump über die getötete Mutter stehen würden. Trump hatte kurz nach Goods Tod behauptet, dass diese den ICE-Mitarbeiter "gewaltsam, vorsätzlich und böswillig" überfahren habe.
Anfang Januar hatte ein ICE-Mitarbeiter in Minneapolis der 37-jährigen Autofahrerin in den Kopf geschossen, nachdem ihr Wagen angeblich die Straße blockiert hatte und zunächst von ICE-Kräften umringt worden war. Als die Einsatzkräfte auf das Auto zugingen und die Tür öffnen wollten, versuchte Good wegzufahren. Ein ICE-Mitarbeiter feuerte daraufhin drei Schüsse ab. Der SUV geriet außer Kontrolle und krachte in parkende Autos.
Dem Zeitungsbericht zufolge beantragte ein leitender Bundesstaatsanwalt in Minnesota namens Joseph Thompson wenige Stunden nach der Tat einen Durchsuchungsbefehl für das Auto, in dem Good erschossen worden war, um "Beweise für eine voraussichtlich routinemäßige Untersuchung zur Gewaltanwendung durch den Bundesbeamten zu finden".
Thompson habe in einer E-Mail an seine Kollegen geschrieben, dass das Minnesota Bureau of Criminal Apprehension - eine staatliche Behörde, die auf die Untersuchung von tödlichen Polizeieinsätzen spezialisiert ist - gemeinsam mit dem FBI untersuchen werde, ob die tödlichen Schüsse auf Good gerechtfertigt und rechtmäßig waren oder die Bürgerrechte der Frau verletzt hätten.
Noch in der Woche des Vorfalls sollen FBI-Agenten mit einem unterschriebenen Durchsuchungsbefehl für das Fahrzeug der Getöteten bereitgestanden haben, um Blutspritzer und Einschusslöcher in dem Auto zu dokumentieren. Wie die "New York Times" unter Berufung auf mehrere anonyme Quellen berichtet, erhielten die Ermittler jedoch den Befehl, die Aktion abzubrechen.
Laut der Zeitung schlugen hochrangige Beamte des US-Justizministeriums in Washington den Bundesstaatsanwälten in Minnesota in den folgenden Tagen alternative Herangehensweisen vor. Mit einem neuen Durchsuchungsbefehl sollte etwa festgestellt werden, ob Good den ICE-Mitarbeiter mit ihrem Auto überfahren wollte. Andere Ermittlungen sollten sich gegen die Partnerin von Good richten, die am Morgen des Vorfalls mit der Getöteten zusammen gewesen war und den Einsatzkräften der US-Einwanderungsbehörde in ihrem Stadtteil in Minneapolis entgegengetreten war.
Diese Ansätze seien durch mehrere erfahrene Bundesstaatsanwälte in Minnesota abgelehnt worden, weil sie diese als "rechtlich zweifelhaft" betrachtet hätten. Thompson und weitere fünf Mitarbeiter verließen aus Protest die Bundesstaatsanwaltschaft in Minnesota, was eine breitere Welle an Kündigungen auslöste, die die Behörde in dem Bundesstaat in eine Krise stürzte. Es sei nicht bekannt, ob die Behörden "letztendlich einen neuen Durchsuchungsbefehl für das Fahrzeug" von Renee Good beantragt haben, schreibt die "New York Times".