Politik

11,40 Euro für 20 Zigaretten? Finanzministerium will Rauchen deutlich teurer machen

19.06.2026, 19:53 Uhr
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Die höhere Steuer soll auch für andere gängige Tabakprodukte gelten. (Foto: picture alliance / Rolf Kremming)

Das Bundesfinanzministerium erwägt die drastische Erhöhung der Tabaksteuer. Damit sollen Milliardenlöcher im Haushalt gestopft werden. Doch auch Gesundheitsvorsorge spiele eine Rolle, beteuert das Ministerium.

Zigaretten sollen nach Plänen des Finanzministeriums schrittweise teurer werden. So könnte der Durchschnittspreis für eine 20er-Packung von rund 8,80 Euro im Jahr 2027 auf rund 11,40 Euro im Jahr 2030 steigen. Dies geht aus dem Entwurf für die Erhöhung der Tabaksteuer hervor, aus dem die Deutsche Presse-Agentur zitiert. Der Steueranteil am Päckchenpreis würde sich von rund 4,40 Euro auf 5,75 Euro erhöhen. Die Verteuerung soll auch für andere gängige Tabakprodukte gelten. 

Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, der vom Ministerium erarbeitete Entwurf diene "auch dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und steht im Einklang mit dem Ziel, die Raucherquote von Jugendlichen und Erwachsenen zu senken". Zudem sei es eine zentrale Aufgabe, den Haushalt zu konsolidieren und dafür die Einnahmeseite zu stärken. "Dazu gehört unter anderem, die Tabaksteuer zu erhöhen."

Das Ministerium rechnet mit Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Laut Entwurf soll das Plus für 2027 rund 756 Millionen Euro betragen, für 2028 wären es 1,6 Milliarden, für 2029 rund 2,5 Milliarden und für 2030 rund 3,6 Milliarden Euro. Wie es im Entwurf heißt, bewegten sich die Tabaksteuereinnahmen in den Jahren 2011 bis 2023 stabil zwischen 14,1 und 14,9 Milliarden Euro. 2024 gab es demnach einen Anstieg auf 15,6 Milliarden Euro und 2025 auf 17,4 Milliarden Euro. 

Zigaretten sind in Deutschland im Vergleich zu westlichen Nachbarländern wie Frankreich bisher relativ günstig. "Höhere Preise halten gerade junge Menschen vom Einstieg ab und helfen vielen Raucherinnen und Rauchern beim Aufhören", mahnte Hendrik Streeck, Drogenbeauftragter der Bundesregierung, am Weltnichtrauchertag Ende Mai. "Es ist zynisch, eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer mit dem Argument abzulehnen, dass dann weniger Menschen rauchen und deshalb die Einnahmen sinken könnten." Das sei "kein Einnahmeausfall, den man beklagen sollte. Das ist ein gesundheitspolitischer Erfolg, den man erreichen muss".

Quelle: ntv.de, bho/dpa/AFP

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