Politik

Fotomontagen nach Merkel-Selfie Flüchtling will erneut gegen Facebook klagen

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Anas M. kämpft gegen den Missbrauch seines Selfies mit der Kanzlerin.

(Foto: REUTERS)

Das Selfie eines syrischen Flüchtlings mit der Bundeskanzlerin geht 2017 durch die sozialen Netzwerke. Hasskommentare und verleumderischen Fotomontagen sind die negativen Folgen. Vor Gericht unterliegt er Facebook, jetzt plant er einen neuen Anlauf.

Der syrische Flüchtling, dessen Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel für falsche Anschuldigungen und Hasskommentare missbraucht wurde, plant eine neue Klage gegen Facebook. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Anas M. und dessen Würzburger Anwalt Chan-jo Jun.

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Im ersten Anlauf scheiterte die Klage von Anas M. vor dem Landgericht.

(Foto: REUTERS)

Der 21-jährige Flüchtling will demnach erreichen, dass manipulierte Versionen des Selfies aus dem sozialen Netzwerk gelöscht werden. "Ich will weitermachen und nicht aufgeben. Mein Ziel ist es, dass Facebook die verleumderischen Fotos löschen muss", sagte M. dem Magazin.

Anwalt Chan-jo Jun bestätigte dem Magazin, dass der Streit in die nächste Runde gehe. "Facebook hat ein Einlenken verweigert und verbreitet das Bild weiter", so der IT-Rechtsspezialist. Einen konkreten Zeitplan für das Einreichen der Klage gibt es demnach jedoch nicht.

Fotomontagen machen Flüchtling zum Terroristen

Anas M. war auf verleumderischen Fotomontagen fälschlicherweise als Terrorist und Attentäter dargestellt worden. Die Bildmontagen brachten den Syrer sowohl mit dem tödlichen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt als auch mit einem brutalen Angriff auf einen Obdachlosen in München in Verbindung. Der rechtswidrige Beitrag wurde in dem sozialen Netzwerk hundertfach geteilt.

Mit seiner ersten Klage war M. im März 2017 vor dem Landgericht Würzburg gescheitert und hatte danach zunächst erklärt, keine weiteren juristischen Schritte gegen den Netzwerkkonzern unternehmen zu wollen. Facebook steht derzeit wegen eines Datenskandals in der Kritik, nachdem Mitte März bekannt wurde, dass die britische Analyse-Firma Cambridge Analytica ohne deren Wissen unrechtmäßig an Informationen von Millionen Nutzern gekommen war.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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