Politik

Hoffnung auf Bidens Asylpolitik Flüchtlinge warten auf Einlass in die USA

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Schlange am Grenzübergang El Chaparral zwischen Tijuana und San Diego.

(Foto: picture alliance/dpa)

An der Grenze zwischen Mexiko und den USA macht sich Hoffnung bei den Asylsuchenden breit. Seit dem Führungswechsel im Weißen Haus weht ein neuer Wind in der Flüchtlingspolitik der USA. Eine erste Ansammlung von 200 Menschen wartet auf Einlass, doch wieder heißt es: Geduld.

Nach dem angekündigten Richtungswechsel in der US-Migrationspolitik haben sich zahlreiche Migranten an der Grenze zwischen Mexiko und den USA versammelt. Zwischen 150 und 200 Menschen verbrachten die Nacht am Grenzübergang El Chaparral zwischen Tijuana und San Diego und hofften auf Einlass in die USA. Zuvor hatte die neue US-Regierung von Präsident Joe Biden angekündigt, schrittweise bestimmte Asylsuchende mit anhängigen Verfahren für ihre Gerichtsanhörungen und die Dauer ihrer Prozesse wieder ins Land zu lassen.

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Ein Migrant aus Haiti wartet darauf, einen Asylantrag stellen zu dürfen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Allerdings herrschte unter den Migranten Verwirrung. Am Freitag durfte zunächst nur eine erste kleine Gruppe von 25 Personen die Grenze passieren. Alle weiteren Migranten sollen sich ab Anfang kommender Woche im Internet registrieren, sie werden dann über Zeitpunkt und Ort ihres möglichen Grenzübertritts informiert. "Wir bitten die Leute, sich im Internet anzumelden. Das verlangen die Amerikaner", sagte der für Migrationsfragen in Tijuana zuständige Beamte, José Luis Pérez Canchola. "Aber ich verstehe die Leute. Sie sind verzweifelt. Sie warten seit Monaten, manche seit einem Jahr."

Abkehr von Trumps harter Linie

Die meisten Migranten stammen aus Guatemala, El Salvador und Honduras. Die mittelamerikanischen Staaten gehören zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Mächtige Jugendgangs - die sogenannten Maras - kontrollieren ganze Stadtviertel, erpressen Schutzgeld und zwangsrekrutieren bereits Kinder.

Mit der neuen Regelung bricht die Regierung von US-Präsident Joe Biden mit der restriktiven Einwanderungspolitik seines Vorgängers Donald Trump. Bislang mussten Asylsuchende in Mexiko auf die Entscheidung über ihre Anträge warten. Dadurch lebten zahlreiche Menschen lange in Zeltlagern südlich der Grenze zu den USA. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums sind derzeit noch rund 25.000 Menschen von der bisherigen Politik betroffen.

Nach der Registrierung im Internet werden Mitarbeiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und des Amtes des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) eine Prioritätenliste erstellen und die Migranten an die jeweiligen Grenzübergänge bringen, wie ein UN-Beamter erklärte. Dort werden sie auf das Coronavirus getestet, bevor sie in die USA einreisen dürfen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa