Politik

Auftritt am Eiffelturm Macron richtet sich direkt an Le Pens Wähler

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Als Macron am Abend am Eiffelturm auftritt, zeigt er sich nicht nur in Jubelpose. Vielmehr übt er sich in Demut und schwört die Franzosen auf schwierige Jahre ein. Und hat eine Botschaft an alle, die ihn nicht gewählt haben. 

Bei seinem ersten Auftritt nach der erfolgreichen Stichwahl hat Frankreichs Wahlsieger Präsident Emmanuel Macron den Wählern seiner Herausforderin Marine Le Pen Rücksichtnahme versprochen. Auf ihre "Wut und ihre abweichenden Meinungen" müsse es "Antworten geben", sagte Macron. "Ich bin der Präsident von allen", betonte Macron.

Der neue und alte Präsident schwor das Land auf schwierige Jahre ein. "Ich bin mir bewusst, dass mich dieses Votum für die kommenden Jahre verpflichtet", sagte Macron am Abend vor einer Menschenmenge vor dem Eiffelturm in Paris. "Die kommenden Jahre werden sicherlich schwierig sein, aber sie werden historisch sein und gemeinsam müssen wir sie für die neuen Generationen schreiben", sagte der 44-Jährige.

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"Sie haben sich für ein humanistisches, republikanisches, soziales und ökologisches Projekt entschieden, das auf Arbeit und Kreativität beruht, ein Projekt zur Befreiung unserer akademischen, kulturellen und unternehmerischen Kräfte", betonte Macron. "Diese neue Ära wird nicht die Kontinuität der zu Ende gehenden fünf Regierungsjahre sein." Der Präsident fuhr fort: "Wir werden anspruchsvoll und ehrgeizig sein müssen. Wir haben so viel zu tun, und der Krieg in der Ukraine ist da, um uns daran zu erinnern, dass wir uns in tragischen Zeiten befinden, in denen Frankreich seinen Weg finden muss."

Macron dankt Wählern, die Le Pen verhindern wollten

Macron kündigte einen Umgang mit den Franzosen auf Augenhöhe an. "Wir müssen auch wohlwollend und respektvoll sein", sagte er. "Denn unser Land steckt tief in Zweifeln und Spaltung. Wir müssen stark sein, aber niemand wird am Wegesrand zurückgelassen." Macron sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, den Franzosen gegenüber arrogant und herablassend aufzutreten. Im Wahlkampf versuchte er, dieses Image abzuschütteln.

Der liberale Macron hatte auch Stimmen von Menschen erhalten, die seine Politik nicht unterstützen, aber einen rechten Wahlsieg verhindern wollten. Ihnen dankte er in seiner Rede explizit. "Ich bin mir bewusst, dass diese Stimmen mich für die nächsten Jahre verpflichten", sagte er in seiner kurzen Ansprache, die er wie seine Wahlkampfreden auf einem sechseckigen Podium hielt, das an die Form Frankreichs erinnerte.

Macron trat wie bei seiner Wahl 2017 zu den Klängen der Europahymne auf. Anschließend stimmte eine Opernsängerin die Marseillaise an. Anders als vor fünf Jahren kam Macron nicht alleine, sondern Hand in Hand mit seiner Frau Brigitte und umgeben von einer Gruppe Kindern und Jugendlichen aus den Familien seines Wahlkampfteams.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 24. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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