Militär soll Ölhafen schützenFrankreich schickt Soldaten nach Saudi-Arabien

Als Saudi-Arabien die USA um Hilfe gegen die Huthi bittet, soll US-Präsident Trump abgelehnt haben. Nun springt nach Großbritannien auch Frankreich ein. Präsident Macron teilt mit, Paris schicke Militär und Ausrüstung, um den Ölhafen Janbu zu verteidigen.
Frankreich will Soldaten und Militärgerät entsenden, um den saudiarabischen Öl-Hafen Janbu gegen Angriffe der Huthi-Miliz zu schützen. Frankreich habe sich mit Saudi-Arabien darauf verständigt, Radaranlagen und Verteidigungssysteme nach Janbu zu schicken, "nicht um uns an irgendeinem Konflikt zu beteiligen, sondern um diesen Ort zu schützen", sagte Präsident Emmanuel Macron im französischen Fernsehen.
Es gehe darum, auf eine Entspannung an den Ölmärkten hinzuarbeiten, sagte Macron weiter. "Wir werden die Entwicklung beobachten und bei Bedarf handeln", sagte er auf die Frage nach der Entsendung von Kampfflugzeugen. Sollte sich die Lage entspannen, würde sich dies "zwei Tage später an den Preisen an den Zapfsäulen zeigen".
Zu Beginn der Woche hatte sich auch Großbritannien bereit erklärt, Saudi-Arabien militärisch gegen die Huthi-Angriffe aus dem Jemen zu unterstützen. Es handele sich dabei um eine "defensive" Hilfe, sagte Premierminister Andy Burnham am Montag. Zuvor hatte das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet, der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman habe US-Präsident Donald Trump angesichts des schnellen Vormarschs der Huthi angerufen und um militärische Unterstützung gebeten. Die USA hätten die Bitte jedoch abgelehnt. Zwischenzeitlich habe Trump jedoch geschwankt, sich aber letztlich dagegen entschieden, berichtete die "New York Times".
Ersatzroute für Straße von Hormus
In Janbu endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Teheran seit Beginn des Iran-Krieges de facto gesperrte Straße von Hormus umgangen werden.
Die Huthis hatten im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer angekündigt und seither Ziele in dem Königreich angegriffen. Nach einer Blitzoffensive übernahm die Miliz vergangene Woche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit dem Indischen Ozean. Sie ist eine wichtige Route für den internationalen Schiffsverkehr, besonders für den Export von saudiarabischem Öl. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus am Persischen Golf durch Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs hat Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnen.
Macron kritisiert Trumps Diesel-Exportstopp
Einen möglichen US-Exportstopp für Diesel nannte Macron eine "schlechte Entscheidung". Diese gelte nicht nur für den Rest der Welt, sondern auch für die US-Wirtschaft selbst, fügte er hinzu.
Trump hatte sich am Dienstag für einen Exportstopp ausgesprochen. Nach Angaben seines Finanzministers Scott Bessent prüft die US-Regierung gerade, "ob ein vollständiges oder teilweises Verbot funktionieren würde". Zuletzt hatten die USA während der Ölkrise der 1970er Jahre ihre Ausfuhren von Rohöl weitgehend gestoppt, um die heimischen Preise zu senken.
Mit Blick auf das eigene Land beteuerte Macron, "alles zu tun", um Treibstoffknappheit an französischen Tankstellen zu verhindern. Derzeit sind vor allem die Total-Tankstellen von Treibstoffknappheit betroffen, da Total die Preise gedeckelt hat. Dies führt seit Wochen zu langen Schlangen vor den Tankstellen des Energieunternehmens.