Politik

AfD-Mann von Moskau beeinflusst? Frohnmaier weist Marionetten-Vorwurf zurück

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Der AfD-Bundestagsabgeordnete sieht sich als Opfer einer umfangreichen Kampagne.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf dem AfD-Politiker Frohnmaier lastet ein schwerer Verdacht: Medienberichten und dem Kremlkritiker Chodorkowski zufolge soll der Bundestagsabgeordnete unter russischer Einflussnahme stehen. Nun nennt er den Vorwurf "verrückt".

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier hat Vorwürfe eines russischen Einflusses auf seine politische Arbeit zurückgewiesen. "Verrückt. Kann ich mir nicht vorstellen, dass so was geschrieben worden ist. Ich bin hier angetreten, um deutsche Interessen zu vertreten. Das mache ich auch", sagte er dem ZDF. "Jeder, der meine Anträge, Initiativen sieht, der kann das auch nachverfolgen."

Frohnmaier reagierte damit auf Berichte mehrerer Medien, dass russische Kräfte ihn "absolut unter Kontrolle" haben könnten. In einem Facebook-Eintrag schrieb Frohnmaier von einer "völlig enthemmten Hetzkampagne gegen die AfD und auch mich" vor der Europawahl im Mai. "Ich stand zu keinem Zeitpunkt unter der Kontrolle von jedweden Dritten. Jeder, der das Gegenteil behauptet, ist ein Lügner", schrieb der 28-Jährige.

Das ZDF, der "Spiegel" und weitere Medien hatten zuvor aus E-Mails russischer Staatsbediensteter zitiert. Aus ihnen sollte demnach hervorgehen, dass die Kontakte zu Frohnmaier für russische Interessen genutzt werden sollen. Die Schreiben eines Mitarbeiters im Stab eines Parlamentsabgeordneten in Moskau und eines russischen Diplomaten - beide werden namentlich genannt - hatte der im Exil lebende Kremlgegner Michail Chodorkowski den Medien zugespielt. Frohnmaier bezweifelt die Echtheit der Dokumente. Er warf dem ehemaligen Oligarchen Chodorkowski vor, eigene Interessen zu verfolgen.

Kalkulierte Einflussnahme aus Russland?

Auf seiner Internetseite hatte Chodorkowski Auszüge aus den Dokumenten veröffentlichen lassen. Zugleich hieß es dort, dass das Vorgehen im Widerspruch zur offiziellen russischen Politik stehe, sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einzumischen. Die Schreiben stammen angeblich aus der Zeit vor der Bundestagswahl 2017.

"Im Bundestag wird es einen Abgeordneten geben, der zu uns gehört und den wir absolut unter Kontrolle haben", zitiert das ZDF aus dem Schreiben des Mitarbeiters des russischen Abgeordneten. Demnach habe der Mann auch zugegeben, Absender der E-Mail zu sein. Weiter hieß es in dem Schreiben: "Mit seiner (Frohnmaiers) Hilfe können unsere Leute zudem eine Non-Profit-Organisation gründen, die beim Bundestag registriert wird und über die prorussische Positionen vorangebracht werden können."

Meuthen: "Das ist alles Kokolores"

Frohnmaier ist für moskaufreundliche Positionen und Reisen auch auf die von Russland 2014 einverleibte Schwarzmeer-Halbinsel Krim bekannt. Er verglich den aktuellen Verdachtsfall gegen ihn mit den Ermittlungen in den USA zu Russland-Kontakten im Präsidentenwahlkampf von Donald Trump, die ohne Beweise endeten.

AfD-Bundeschef Jörg Meuthen sagte zu den Vorwürfen gegen Frohnmaier: "Das ist alles Kokolores, großer Humbug." Es werde da etwas in Wahlkampfzeiten gegen die AfD konstruiert. Das sei das übliche Spiel, sagte Meuthen am Rande des AfD-Auftaktes zum Europawahlkampf in Offenburg.

Vor voreiligen Schlussfolgerungen warnte der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland. "Da nichts bewiesen und belegbar ist, gehen wir auf solche Spekulationen nicht weiter ein. Das sind bloße Behauptungen von außerhalb", erklärte er. Wer diese Behauptungen sofort für bare Münze nehme, agiere bösartig und leichtfertig.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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