Politik

Energiepreise steigen weiter Füllstände deutscher Gas-Speicher sind "besorgniserregend"

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Auf dem Erdgasmarkt gibt es derzeit Engpässe.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Die Lieferanten erfüllen ihre Verträge, dennoch versickert der Gas-Bestand in Deutschland allmählich. Nun sind die Speicher bundesweit nur noch zu gut einem Drittel gefüllt. Das Wirtschaftsministerium zeigt sich beunruhigt.

Die Gasspeicher in Deutschland sind nach Angaben der Bundesregierung derzeit nur zu gut einem Drittel gefüllt. Die Speicherstände seien "sicherlich besorgniserregend", sagte eine Sprecherin des Ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in Berlin. Aktuell seien sie zu etwa 35 bis 36 Prozent gefüllt.

Zugleich wies die Sprecherin darauf hin, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet sei. Bei der Lieferung von Gas über Pipelines würden die Verträge derzeit eingehalten. Zudem komme nicht alles Gas aus Pipelines. Auf dem Erdgasmarkt gibt es derzeit Engpässe. Durch eine gestiegene Nachfrage seit den Lockerungen von Corona-Maßnahmen und die vergleichsweise niedrigen Füllstände der Gasspeicher in der EU waren die Gaspreise zuletzt deutlich gestiegen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte sich im Januar im "Spiegel" dafür ausgesprochen, dem Staat angesichts des Ukraine-Konflikts mehr Kontrolle über das Anlegen von Erdgasreserven zu geben. Der Winter habe gezeigt, dass Deutschland mit reduzierten Beständen noch anfälliger sei für Spekulationen, Preisschwankungen und geopolitische Spannungen. Deshalb müssten die Möglichkeiten verbessert werden, für den nächsten Winter vorzusorgen, damit die Gasspeicher gut gefüllt seien.

Für die Zukunft sei die Einrichtung einer nationalen Gasreserve denkbar oder auch eine Vorschrift, wie sie Italien kenne, wonach zu einem bestimmten Datum ein gewisser Stand in den Gasspeichern erreicht sein muss. "Beide Wege haben Vor- und Nachteile", sagte Habeck. In jedem Fall handle es sich um Markteingriffe, die Fragen nach Kompensation oder Garantien aufwerfen. "Zum Winter nächsten Jahres muss das Thema gelöst werden", sagte Habeck. "Wir können nicht noch einmal in so eine Situation reinlaufen, wie wir sie jetzt erlebt haben. Das wäre wirklich fahrlässig."

Quelle: ntv.de, lve/AFP

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