Politik

Garantien von Taliban gefordert G7-Gipfel ohne Happy End für Ortskräfte

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Deutschland, Großbritannien und Frankreich hätten die Zeit für Evakuierungsflüge gerne verlängert.

(Foto: picture alliance/dpa/Bundesregierung)

Der G7-Gipfel bringt keinen Durchbruch für afghanische Ortskräfte, die weiterhin in dem Land um ihr Leben fürchten. Die USA wollen ihren Abzug nicht verschieben, also verlangen die EU und Großbritannien Sicherheitsgarantien von den Taliban. Doch die wollen ihre Staatsbürger nicht mehr ausreisen lassen.

US-Präsident Joe Biden hält an einem Abschluss des Afghanistan-Abzugs bis zum 31. August fest. Das erklärte seine Sprecherin Jen Psaki nach einem virtuellen G7-Gipfel zu Afghanistan. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach den Beratungen: "Es sind heute keine neuen Daten über das bekannte Datum des 31.8. genannt worden vom Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika."

Biden wird damit den Militäreinsatz in Afghanistan nicht zugunsten der laufenden Evakuierungsmission am Flughafen der Hauptstadt Kabul verlängern. Die G7-Staaten verlangten nun von den radikalislamischen Taliban weitere Sicherheitsgarantien für die Ausreise von Menschen. Die Miliz müsse allen, die das Land verlassen wollten, auch über den 31. August hinaus eine sichere Ausreise garantieren, sagte der britische Regierungschef Boris Johnson.

Zuletzt war der Druck auf Biden gewachsen, den Militäreinsatz in Afghanistan über den 31. August hinaus zu verlängern, damit westliche Bürger, aber auch ausreisewillige Ortskräfte das Land verlassen können. So riefen die EU-Staaten Biden nach Angaben von EU-Ratspräsident Charles Michel bei den G7-Beratungen auf, den Flughafen von Kabul "so lange zu sichern wie notwendig", um gefährdete Afghanen in Sicherheit zu bringen. Die Taliban drohten allerdings mit Konsequenzen, sollten die USA ihren Einsatz verlängern. Derzeit sichern rund 5800 US-Soldaten den Flughafen von Kabul ab.

Weiterbetrieb von Kabul als ziviler Flughafen?

Merkel sagte nun, es stelle sich die Frage nach der künftigen Sicherung des Flughafens. "Wie können wir sicherstellen, dass auch danach noch Ortskräfte und Personen, die des Schutzes bedürfen, das Land verlassen können? Deshalb spielt in diesem Zusammenhang auch die Frage eine Rolle, ob man dann wieder einen zivilen Flughafen in Kabul betreiben kann. Darüber wird im Augenblick sehr intensiv gesprochen."

Zuvor hatten die militant-islamistischen Taliban darauf bestanden, dass die Rettungsmission westlicher Staaten aus Afghanistan bis Ende des Monats abgeschlossen ist. "Wir wollen, dass alle Ausländer bis zum 31. August evakuiert werden", sagte der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid in seiner zweiten Pressekonferenz seit der Machtübernahme der Islamisten. Der Sprecher wandte sich zugleich dagegen, dass nun viele gebildete Afghanen und Fachkräfte das Land verließen. Man brauche diese, um Afghanistan wieder aufzubauen.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa

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