Politik

Spitzenduo führt AfD-Fraktion Gauland ist "dankbar" für Petrys Austritt

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"Problem gelöst": Ohne ihre Widersacherin Frauke Petry lassen sich Alice Weidel und Alexander Gauland zur Fraktionsspitze der AfD wählen.

(Foto: REUTERS)

Mit 93 Abgeordneten konstitutiert sich die neue AfD-Fraktion im Bundestag - eine weniger als die Mandate, die die Partei erringen konnte. Der fehlenden Parteichefin Petry weint die neue Fraktionsspitze keine Träne nach.

Die Spitzenkandidaten der AfD aus dem Wahlkampf führen auch die Bundestagsfraktion der Partei. Die 93 AfD-Abgeordneten wählten in ihrer ersten Sitzung Alexander Gauland und Alice Weidel mit 86 Prozent der Stimmen zu Co-Vorsitzenden. Das teilten Gauland und Weidel im Anschluss mit.

Gauland begrüßte zugleich die Ankündigung der bisherigen Co-Vorsitzenden der AfD, Frauke Petry, aus der Partei auszutreten. "Ich bin dankbar, dass sie jetzt diesen Weg gegangen ist", sagte Gauland. Er halte nicht viel von Parteiausschlussverfahren: "Es ist gut, dass sie das Problem jetzt auf diese Weise gelöst hat."

Petry hatte am Montag, einen Tag nachdem die AfD erstmals mit 12,6 Prozent der Stimmen in den Bundestag gewählt worden war, überraschend erklärt, der neuen Fraktion nicht angehören zu wollen, sondern ihr Mandat als Einzelabgeordnete wahrzunehmen. Einen Tag später gab sie bekannt, auch aus der Partei austreten zu wollen.

Zugleich hatte Petry angedeutet, dass weitere Parteifreunde ihrem Beispiel folgen könnten. Um wen und wie viele der AfD-Abgeordneten es sich dabei handeln soll, sagte Petry allerdings nicht. An der konstituierenden Sitzung der neuen Fraktion nahmen außer ihr alle Abgeordneten der Partei teil.

Hintergrund von Petrys Abgang und ähnlicher Vorgänge in mehreren Landtagsfraktionen der AfD ist ein Macht- und Richtungskampf in der Partei. Petry betonte in Berlin erneut ihr Ziel, eine rechte Kraft mittelfristig in eine Regierungskoalition mit anderen Parteien führen zu wollen. Gauland und Vertreter es radikalen Flügels der AfD setzen dagegen auf eine Totalopposition gegen alle etablierten politischen Kräfte in Deutschland.

Quelle: ntv.de, mbo

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