Politik

Jugendstrafe auf Bewährung Gericht verschont früheres IS-Mitglied

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"Einen größeren Fehler kann man nicht machen", sagte der Angeklagte vor Gericht.

(Foto: dpa)

Im März 2015 reist ein Jugendlicher aus Südbaden nach Syrien, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Trotz Ausbildung an den Waffen muss er nicht ins Gefängnis. Die Sorge um seine Mutter bewahrt ihn vor Schlimmerem.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat einen 20-Jährigen zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt, der vorübergehend Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) war. Der junge Mann aus Südbaden hatte eingeräumt, sich der Terrorgruppe 2015 für mehrere Monate in Nordsyrien angeschlossen zu haben. Er wurde an Kriegswaffen zum Kämpfer ausgebildet und war auch schon einer Kampftruppe zugeordnet, ergriff drei Monate später aber die Flucht.

Anlass für die Abwendung vom IS war laut Gericht die Sorge des inzwischen 20-Jährigen um den Gesundheitszustand seiner Mutter sowie Druck seitens seines Vaters. In der Türkei wurde er festgenommen und an Deutschland ausgeliefert. Über seinen Entschluss, in den Heiligen Krieg zu ziehen, sagte er vor Gericht: "Einen größeren Fehler kann man nicht machen."

In den vergangenen drei Jahren sind nach aktuellen Angaben des Verfassungsschutzes rund 870 Deutsche nach Syrien und in den Irak gereist, um dort für den IS oder andere islamistische Terrororganisationen zu kämpfen. Ungefähr ein Drittel von ihnen kehrte wieder zurück; rund 140 der Ausgereisten sind vermutlich bei Kämpfen in Syrien oder im Irak ums Leben gekommen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP

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