Politik

Getötete Reporterin in Jerusalem Gewalt bei Trauerakt löst weltweit Empörung aus

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Israelische Polizisten gingen gewaltsam gegen Sargträger vor.

(Foto: AP)

Bei der Beerdigung einer getöteten Journalistin in Jerusalem geht die israelische Polizei mit Schlagstöcken gegen Trauergäste vor. Die Bilder sorgen international für Bestürzung. Auch Bundesaußenministerin Baerbock übt Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte. Israel kündigt indes eine Untersuchung des Falls an.

Außenministerin Annalena Baerbock hat sich bestürzt über die Gewalt bei der Beerdigung einer getöteten Reporterin des TV-Senders Al-Dschasira in Jerusalem gezeigt. Es sei traurig, "dass die Trauerfeier nicht in Frieden und in Würde stattfinden konnte. Ehrlich gesagt, persönlich gesagt, ich bin darüber zutiefst erschüttert", sagte Baerbock auf eine Reporterfrage bei einer Pressekonferenz zum Abschluss eines G7-Treffens nahe dem Weißenhäuser Strand an der Ostsee. Die israelische Polizei kündigte eine Untersuchung des Geschehens an.

Die am Mittwoch im Westjordanland erschossene Journalistin Schirin Abu Akle war am Freitag auf einem christlich-orthodoxen Friedhof neben der Altstadt Jerusalems beigesetzt worden. Al-Dschasira und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beschuldigen israelische Sicherheitskräfte, die 51-Jährige vorsätzlich getötet zu haben. Tausende Menschen kamen zu der Beerdigung. Während der Prozession zum Friedhof kam es zu den Konfrontationen. Auf Videos war zu sehen, wie Sicherheitskräfte gegen Trauergäste und die Träger des Sarges mit Schlagstöcken vorgingen. Die Polizei werde Lehren aus dem Vorfall ziehen, hieß es in einer Mitteilung. Hunderte gewalttätige Teilnehmer hätten versucht, die Zeremonie zu sabotieren und Polizisten Schaden zuzufügen.

Die Bilder lösten international Bestürzung aus. Kritik kam unter anderem von den Vereinten Nationen, den USA sowie der Europäischen Union. Der UN-Sicherheitsrat forderte eine "sofortige, gründliche, transparente, faire und unparteiische Untersuchung" der Tötung der Journalistin.

In Westjordanland durch Schüsse getötet

Schirin Abu Akle war am Mittwoch während eines israelischen Militäreinsatzes im besetzten Westjordanland durch Schüsse getötet worden. Laut Armee gab es ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten Palästinensern während einer Razzia in Dschenin. Am Freitag erklärte die palästinensische Generalstaatsanwaltschaft, allein israelische Truppen hätten in dem Moment geschossen, in dem die Journalistin getroffen worden sei. Israels Armee veröffentlichte dagegen Zwischenergebnisse ihrer Untersuchung, wonach es derzeit nicht möglich sei, "eindeutig" zu sagen, von wo der tödliche Schuss kam.

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Ein dpa-Reporter berichtete über die Beerdigung am Freitag, dass es keine Vorwarnung gegeben habe, bevor die Polizisten die Trauergäste und Sargträger zurückgedrängt und dann mit Schlagstöcken attackiert hätten. Die Polizei hatte am Freitag mitgeteilt, Teilnehmer der Prozession zur Beerdigung hätten Steine auf Polizisten geworfen. Der Vorfall geschah, als mehrere Personen den Sarg der getöteten Journalistin auf ihren Schultern aus dem Krankenhaus trugen. Anschließend machte sich die Prozession auf den Weg zum Friedhof. Der Sarg wurde stattdessen in einem Auto gefahren. Der palästinensische Rettungsdienst sprach anschließend von 33 Verletzten. Die israelische Polizei meldete sechs Personen, die festgenommen worden seien.

Ministerin Baerbock sagte, Demokratien seien "darauf angewiesen, dass mutige Journalistinnen und Journalisten die Wahrheit berichten können - und zwar in Sicherheit". Sie dürften "niemals Zielscheibe für Gewalt werden, um ihre wichtige Arbeit leisten zu können". Es sei ihr wichtig, dass der Tod der Journalistin transparent aufgeklärt werde.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

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