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Schmuggel von Iran nach Syrien? Gibraltar stoppt Super-Öltanker

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Der "Affenfelsen" von Gibraltar - die Behörden des britischen Überseegebietes stoppten den Tanker, der Öl aus dem Iran geladen haben soll.

(Foto: picture alliance / Peter Kneffel)

Eigentlich verbieten europäische Sanktionen, Öl nach Syrien zu liefern. Doch jetzt stoppen Kontrolleure einen großen Öltanker bei Gibraltar, der auf dem Weg ins Assad-Reich gewesen sein soll. Die vermutliche Herkunft des Rohstoffs ist nicht minder brisant.

Bei Gibraltar hat die britische Marine womöglich einen großangelegten Öl-Schmuggel gestoppt. Wie die britische Regierung mitteilt, stoppten diese einen Tanker, der auf dem Weg nach Syrien gewesen sein soll. EU-Sanktionen verbieten jedoch solche Lieferungen an das Assad-Regime. Die Briten gingen davon aus, dass die "Grace 1" auf dem Weg zur Hafenstadt Baniyas war, wo sich große Erdöl-Raffinerien befinden, berichtet der "Guardian". Die Behörden in Gibraltar hätten den Tanker und seine Ladung beschlagnahmt.

Laut "Washington Post" soll das Öl aus dem Iran stammen. Das gehe aus dem Branchenblatt "Lloyd's List" hervor. Experten vermuteten eine iranische Herkunft, da der Tanker keine GPS-Informationen ausgesandt habe, während er sich in iranischen Gewässern befand. Das Schiff fahre unter der Flagge Panamas und gehöre einer Gesellschaft in Singapur. Daten einer Analysefirma legten außerdem nahe, es habe zwei Millionen Tonnen Öl geladen. Es sei um die Südspitze Afrikas herumgefahren, bis es das Mittelmeer erreicht habe.

Auch die USA versuchen mittels Sanktionen Öl-Lieferungen an das Assad-Regime zu verhindern. Laut Bericht gibt es eine schwarze Liste von iranischen und russischen Firmen, die unter Verdacht stehen, diese durchzuführen. Der mutmaßliche Öl-Schmuggel fällt in eine Zeit neuer Spannungen zwischen Washington und Teheran. In den vergangenen Wochen wuchsen diese so weit an, dass manche gar einen Krieg befürchteten. Die USA haben zahlreiche Truppen in die Region entsandt und verlangen von dem Regime, sein Atomprogramm einzustellen. Trump hält das Atom-Abkommen von 2016 dafür für nicht ausreichend, weshalb er es im Mai vergangenen Jahres einseitig aufgekündigt hatte.

Der Iran ist ein Verbündeter des Assad-Regimes in Syrien. Schon seit Jahren setzt er sich für den Diktator ein. So versorgte Teheran das Land jahrelang mit Öl, bis die USA im vergangenen November "die schärfsten Sanktionen aller Zeiten" verhängten. Seitdem kamen die offiziellen Exporte zum Erliegen. Dem Washingtoner Thinktank "Foundation for Defense of Democracies" zufolge, soll es dem Iran im Mai dennoch zweimal gelungen sein, Öl per Tanker nach Syrien zu liefern.

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Quelle: n-tv.de, vpe

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