Politik

Lützerath "sieht aus wie Mordor" Greta Thunberg geht Grüne an

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Mit Tausenden Demonstranten protestiert Greta Thunberg in Lützeraths Nachbardorf Keyenberg.

(Foto: dpa)

Als Teil der Bundes- und der NRW-Landesregierung tragen die Grünen die Räumung des symbolträchtigen Dorfes Lützerath für den Braunkohleabbau mit. Das bringt ihnen heftige Kritik ein. Nicht nur Klimaaktivistin Greta Thunberg, auch viele Parteimitglieder sind sauer.

Greta Thunberg hat die deutschen Grünen wegen ihrer Unterstützung für den Abriss von Lützerath und das Abbaggern der unter dem Dorf liegenden Kohle kritisiert. Konzerne wie RWE müsse man eigentlich dafür zur Rechenschaft ziehen, wie sie mit Menschen umgingen. "Dass die Grünen mit solchen Unternehmen Kompromisse schließen, zeigt, wo ihre Prioritäten liegen", sagte die schwedische Klimaaktivistin. Sie selbst sei nie mit einer grünen Partei verbunden gewesen.

In Lützeraths Nachbarort Keyenberg hat eine Kundgebung begonnen unter dem Motto "Räumung verhindern! Für Klimagerechtigkeit". Die Polizei sprach von mehreren tausend Teilnehmern - trotz strömenden Regens. Im Erkelenzer Ortsteil Lützerath selbst ging die Räumung unterdessen weiter. Thunberg sagte, sie kenne Lützerath von einem früheren Besuch, doch da habe es noch völlig anders ausgesehen.

"Es ist jetzt ein ganz anderer Ort", sagte Thunberg. Zu der Kraterlandschaft des unmittelbar angrenzenden rheinischen Braunkohlereviers sagte sie: "Es sieht wirklich aus wie Mordor. Es zeigt, wozu Menschen unter den falschen Bedingungen fähig sind. Es zeigt, wogegen wir kämpfen, was wir verhindern wollen." In J.R.R. Tolkiens Roman "Herr der Ringe" ist Mordor das Reich des Bösen.

Innerhalb der Grünen ist die Vereinbarung mit RWE heftig umstritten. Die Grüne Jugend Nordrhein-Westfalen unterstützt die Proteste ausdrücklich und bewertet "die Räumung des Dorfes als grundlegend falsch". Ein offener Brief der Grünen-Basis, der sich gegen die Vereinbarung zur Abbaggerung und gegen die Räumung von Lützerath wendet, wurde bis Samstagmittag von mehr als 2500 Parteimitgliedern unterzeichnet.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/AFP

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