Politik

"Keine gute Nachbarschaft"Griechenland: türkische Meeresschutzgebiete sind "illegal"

17.08.2026, 22:08 Uhr
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Die "Schmetterlings-Bucht" in Fethiye, Türkei. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Die Türkei veröffentlicht neue Meeresschutzgebiete und Griechenland reagiert prompt. Die ausgewiesenen Bereiche würden in internationalen Gewässern liegen und bis auf griechisches Gebiet vordringen, so die Regierung in Athen. Das Verhältnis der beiden Länder ist in letzter Zeit wieder angespannter.

Die griechische Regierung hat zwei von der Türkei angekündigte Meeresschutzgebiete als "illegal" kritisiert. Die per Dekret aus Ankara als Schutzgebiet ausgewiesenen Bereiche befänden sich zum Teil "in internationalen Gewässern" und reichten "bis auf das griechische Kontinentalschelf", teilte das Außenministerium in Athen mit. Das türkische Dekret habe deshalb "keinerlei rechtliche Wirkung".

Die Türkei hatte das Vorhaben in ihrem Amtsblatt veröffentlicht. Eines der Schutzgebiete soll sich demnach auf rund 21.700 Quadratkilometern vor der türkischen Küste zwischen den Orten Fethiye und Kas erstrecken. Es liegt südöstlich der griechischen Insel Rhodos. Das zweite, deutlich kleinere Gebiet umfasst 1742 Quadratkilometer im Norden der Ägäis, in der Nähe der Dardanellen und der Insel Gökceada.

Die türkischen Pläne trügen "nicht zur Festigung einer guten Nachbarschaft bei", teilte das griechische Ministerium weiter mit. Ankara gefährde damit "ernsthaft die Bemühungen, eine Beziehung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den beiden Ländern aufrecht zu erhalten".

Historisch verfeindet

Griechenland und die Türkei liegen in der Frage der Meeresgrenzen in der Ägäis seit langem über Kreuz, unter anderem weil im Meeresboden Erdgasvorkommen vermutet werden. Zahlreiche griechische Inseln liegen in direkter Nähe der türkischen Küste.

Die beiden Länder sind historisch verfeindet, gehören aber beide zum Nato-Verteidigungsbündnis. Im Jahr 2023 unterzeichneten Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis und der griechische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine gemeinsame Erklärung, in der sie einander "gute nachbarschaftliche Beziehungen" zusagten.

Zahlen aus Athen deuten aktuell wieder auf angespanntere Beziehungen hin. Behördenangaben zufolge drang die Türkei mit ihren Drohnen und Flugzeugen in diesem Jahr bereits 433 Mal in den griechischen Luftraum ein. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 255 Verstöße, im Jahr davor kein einziger. Die Zahlen liegen aber weiter deutlich niedriger als in besonders angespannten Phasen: 2022 registrierte Griechenland 11.258 Luftraumverletzungen.

Quelle: ntv.de, kaz/AFP