Politik

"Existiert für mich nicht mehr" Griechenlands Staatschef versetzt Erdogan in Rage

262525774.jpg

"Mitsotakis existiert für mich nicht mehr", sagt Erdogan.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Bei seinem Besuch in Washington warnt der griechische Ministerpräsident Mitsotakis vor Waffen-Verkäufen an die Türkei. In Ankara kommen die Äußerungen gar nicht gut an. Präsident Erdogan erklärt, er wollte Mitsotakis nicht mehr sehen. Dabei wollten beide Länder ihre Beziehungen eigentlich verbessern.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich empört über eine Warnung aus Griechenland vor Waffenverkäufen an sein Land geäußert. Über den griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sagte Erdogan: "Mitsotakis existiert für mich nicht mehr. Ich werde nie einem Treffen mit ihm zustimmen."

Der Ministerpräsident hatte vergangene Woche bei einem Besuch in Washington vor zunehmender Instabilität im östlichen Mittelmeerraum gewarnt. Dies solle man bei der Entscheidung über Waffenverkäufe bedenken. Die Türkei bemüht sich seit längerem in den USA um den Kauf von neuen Kampfjets.

"Wir hatten mit ihm vereinbart, keine dritte Partei in unseren Streit hineinzuziehen", sagte Erdogan über den Besuch von Mitsotakis in Washington. "Trotzdem hat er vergangene Woche die USA besucht und im Kongress gesprochen und davor gewarnt, uns F-16 (Kampfjets) zu liefern." Zudem gab Erdogan bekannt, strategische Gesprächsrunden mit Athen aufzukündigen. Erst Mitte März hatten beide Länder nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beschlossen, ihre stark belasteten Beziehungen verbessern zu wollen. Die Nachbarn liegen bei einer ganzen Reihe von Themen über Kreuz.

Kampfjet-Lieferung für NATO-Zustimmung?

Die Türkei drängt seit längerem auf den Kauf von US-Kampfflugzeugen, was die Regierung in Washington aber bislang verweigert. Westliche Diplomaten vermuten, dass die Türkei ihre Zustimmung zum Beitritt von Schweden und Finnland zum Militärbündnis NATO von der Lieferung der Flugzeuge abhängig macht. Bei der Aufnahme neuer Mitglieder müssen alle NATO-Länder zustimmen.

Die USA hatten 2019 die geplante Lieferung von F-35-Jets an die Türkei gestoppt, nachdem das türkische Militär das russische Raketenabwehrsystem S-400 beschafft hatte. Später hatte die Türkei ihren Kaufwunsch auf die F-16 umgeändert.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen