Politik

RTL/ntv-Trendbarometer zur Flut Große Mehrheit ist für mehr Klimaschutz

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Ein Paar läuft durch das von der Flut hart getroffene Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz.

(Foto: REUTERS)

Wegen der Flutkatastrophe rückt die Klimapolitik wieder in den Fokus. In einer RTL/ntv-Umfrage zeigt sich: Mehr als die Hälfte der Deutschen ist für schärfere Maßnahmen. Eine überwältigende Mehrheit macht den Klimawandel mitverantwortlich für die jüngsten Hochwasser.

Starkregen, Extremwetter, Flutkatastrophe - nach den tödlichen und zerstörerischen Überschwemmungen im Westen Deutschlands wird viel über die Ursachen geredet. Im RTL/ntv-Trendbarometer zeigt sich, dass eine sehr deutliche Mehrheit der Deutschen für mehr Gegenmaßnahmen in der Klimapolitik ist. Die Krisenreaktion des Bundes und der Länder wird in der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa gemischt bewertet.

Die Mehrheit der Bundesbürger glaubt demnach, dass die schweren Unwetter und die Hochwasser in der vergangenen Woche, von denen mehrere Bundesländer betroffen waren, auch eine Folge des Klimawandels sind. Dieser Ansicht sind insgesamt 80 Prozent - und sie zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen. Nur eine Minderheit von insgesamt 18 Prozent glaubt dies nicht. Einzig bei den Anhängern der AfD glaubt eine Mehrheit nicht an einen Zusammenhang.

Für 56 Prozent der Befragten ist das Thema Klimaschutz im Zusammenhang mit den schweren Unwettern der letzten Woche (noch) wichtiger geworden. Bei 43 Prozent ist das nicht der Fall.

Rund drei Viertel der Bundesbürger meinen, die Politik müsse mehr für den Klimaschutz tun: 73 Prozent. Etwa ein Viertel (24 Prozent) meint, die bisherigen Maßnahmen und Vorhaben wären ausreichend. In den verschiedenen Gruppen zeigen sich Unterschiede: Insbesondere die Jüngeren unter 30 Jahre sowie Anhänger der Grünen und der Linkspartei sind der Ansicht, dass das Thema Klimawandel wichtiger geworden ist. Das Gegenteil sagen mehrheitlich die Ostdeutschen, Befragte mittleren Alters von 30 bis 59 Jahre sowie die Anhänger der FDP und insbesondere der AfD.

Überdurchschnittlich häufig Frauen, 30- bis 44-Jährige sowie die Anhänger der SPD und insbesondere der Grünen und der Linkspartei sind der Ansicht, dass mehr für den Klimaschutz getan werden müsse. Nur die Anhänger der AfD glauben dies nicht - sie halten die derzeitigen Maßnahmen für ausreichend.

Geteilte Meinung über Krisenreaktion

Im Hinblick auf das Krisenmanagement der Bundes- und Landesregierungen sind die Ansichten geteilt: 47 Prozent der Befragten halten es für sehr gut oder gut, 43 Prozent als eher schlecht oder sehr schlecht. Dass die Politik die Folgen des Hochwassers in den betroffenen Regionen bislang gut bewältigt hat, meinen überdurchschnittlich häufig die Anhänger von Union, SPD und Grünen. Als schlecht wird das Krisenmanagement insbesondere von den Anhängern der AfD bewertet.

Deutlich wird, dass die Mehrheit der Menschen vor den Unwettern keine Warn-App auf ihrem Smartphone installiert hatte: 65 Prozent äußern sich entsprechend. Nur 27 Prozent hatten eine der Apps installiert. Die Einführung des Cell Broadcast dürfte sehr sinnvoll sein, denn 77 Prozent der Menschen ohne Warn-App möchte auch zukünftig keine davon installieren.

Allerdings geht etwa die Hälfte der Bundesbürger davon aus, dass sie nach den schweren Unwettern in der vergangenen Woche künftig sensibler als bisher auf Wetterwarnungen reagieren wird. Insgesamt sagten dies 54 Prozent der Befragten, aber überdurchschnittlich häufig solche aus Nordrhein-Westfalen und aus Mitteldeutschland - Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland - sowie die über 60-Jährigen und die Anhänger von Union, Grünen und Linkspartei.

Quelle: ntv.de, rpe

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