Politik

5,7 Terabyte an Daten im DarknetHacker fordern Millionen-Lösegeld vom Berliner Senat

01.09.2026, 18:23 Uhr
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Der Cyberangriff wurde erst spät entdeckt. (Foto: Getty Images)

Die Hackergruppe Rhysida erbeutet von der Berliner Verwaltung große Datenmengen und bietet diese im Darknet an. Bis Ende der Woche kann der Senat für zwei Millionen Euro zugreifen. Die Hauptstadt will auf die Erpressung weiter nicht eingehen.

Professionelle Cyberkriminelle erpressen das Land Berlin nach ihrer erfolgreichen Hackerattacke auf das Datennetz der Verwaltung um rund zwei Millionen Euro und verlangen die Zahlung des Lösegelds bis Freitag. Das sagte Senatssprecherin Christine Richter. "Es ist richtig, dass eine Gruppe mit dem Namen Rhysida sich zu der Tat bekannt hat und behauptet, im Besitz von gestohlenen Daten im Umfang von 5,7 Terabyte zu sein."

Seit vergangenen Freitag habe die Gruppe die gestohlenen Daten im Darknet im Rahmen einer Versteigerung zum Kauf angeboten. "Das Mindestgebot liegt bei 30 Bitcoins, also rund zwei Millionen Euro. Die Versteigerung läuft bis Freitag", sagte Richter. "Es muss davon ausgegangen werden, dass die Daten im Anschluss weiterveräußert oder ganz oder in Teilen veröffentlicht werden."  Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hatte am Freitag erklärt, das Land Berlin lasse sich nicht erpressen. "Das ist auch heute nochmal in der Senatssitzung bekräftigt worden", sagte die Sprecherin.

Nach Wissen des Senats handele es sich um eine hochprofessionelle Gruppierung, die mit diversen Cyberattacken auf Ziele in Nord- und Südeuropa, Deutschland und den USA in den vergangenen Jahren in Verbindung gebracht werde. "Erkenntnisse über Verbindungen nach Russland oder gar dem russischen Staat liegen nicht vor, können aber auch nicht ausgeschlossen werden."

Der Cyberangriff war am 14. August bekanntgeworden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden vom 7. bis zum 12. August Daten in großem Umfang abgegriffen. Die Untersuchungen dazu gehen noch auf unbestimmte Zeit weiter, wie Richter im Anschluss an die jüngste Senatssitzung sagte. "Alle Systeme im Land Berlin müssen gescannt werden, um auszuschließen, dass noch weitere Daten abgeflossen sind." Wie lange das dauern werde, lasse sich nicht sagen. Fest stehe, dass eine Menge an Daten gestohlen worden sei. Zu den Hintergründen der Hackerattacke ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft. 

Von dem Datendiebstahl seien nach jetzigem Kenntnisstand weiterhin nur die beiden Senatsverwaltungen für Verkehr und für Bauen betroffen, sagte Richter. "Dort sind nicht öffentliche Daten abgeflossen, die jetzt auch untersucht werden, damit Klarheit herrscht, um was für Daten es sich handelt" - und welche Konsequenzen dann gezogen werden müssten. Das gelte beispielsweise mit Blick auf Passwörter, die offensichtlich abgeflossen seien und mit Blick auf persönliche Daten: "All das wird jetzt untersucht." 

Nachdem der Diebstahl von Passwörtern bekannt wurde, haben beide Verwaltungen Richter zufolge entschieden, weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. "Das wiederum führt dazu, dass es einige Einschränkungen gibt, aber beide Verwaltungen sind nach wie vor per Mail erreichbar", sagte die Senatssprecherin. Mitarbeiter in beiden Verwaltungen könnten sich derzeit nicht vom Homeoffice aus in das Datennetz einwählen. 

Joachim Selzer, ein Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), bestätigte, dass die Auktion im Darknet genannten Teil des Internets weiterlaufe. Nach seiner Einschätzung können unterschiedlichste Kriminelle Interesse an den gestohlenen Daten haben.

Was genau am Freitag passiert, wenn das Ultimatum an das Land Berlin abläuft, ist schwer einzuschätzen. Die Cyberkriminellen aus der Rhysida-Gruppe sind jedenfalls keine Anfänger. Bei Cyberattacken haben die Täter in der Vergangenheit verschiedene Erpressungsszenarien genutzt. 

Bei Ransomware-Angriffen verschlüsseln Kriminelle oftmals die Daten auf Servern und Computern ihrer Opfer mit hochkomplexer Schadsoftware. Eine Entschlüsselung wird nur gegen Zahlung eines Lösegelds (englisch: ransom) in Aussicht gestellt. Häufig wird auch damit gedroht, abgefischte Daten auf sogenannten Leak-Sites im Darknet publik zu machen oder sie an andere kriminelle Gruppen zu verkaufen, wenn kein Lösegeld gezahlt wird. 

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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