Politik

Wegen Vorgehens gegen Journalisten? Hacker legen Ranges Homepage lahm

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Hat Harald Range überreagiert?

(Foto: dpa)

Die Bundesanwaltschaft sieht sich massiver Kritik wegen ihrer Ermittlungen gegen Journalisten ausgesetzt. Auch wenn die Ermittlungen jetzt ruhen, muss sich Behördenchef Range viel anhören. Nun wird auch noch seine Homepage gehackt.

Die Internetseite von Generalbundesanwalt Harald Range ist von bislang unbekannten Hackern angegriffen worden. "Unsere Homepage ist gehackt worden", teilte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, mit. Der Angriff sei am Freitag bemerkt worden. Teile der Webseite seien daraufhin vom Netz genommen worden. Vorübergehend waren auf der Homepage generalbundesanwalt.de keine Pressemitteilungen mehr auffindbar. Dort hieß es unter dem Button "Aktuelles" nun lediglich: "Datenbank existiert nicht." Ab Mittag waren Teile wieder verfügbar.

Über den Umfang des Hackerangriffs und mögliche Täter konnte die Sprecherin der Behörde noch keine Angaben machen. Ob der Angriff eine Reaktion auf die Ermittlungen Ranges gegen Journalisten des Blogs Netzpolitik.org wegen Landesverrats sein könnte, ist offen. Dort steht Range wegen seines brachialen Vorgehens gegen die kritischen Blogger im Kreuzfeuer der Kritik.

Diese wurde massiver, nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden war, dass Range ein Verfahren gegen Landesverrats gegen zwei Journalisten des Blogs eingeleitet hatte, weil es aus internen Papieren des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) zitiert hatte. Die Ermittlungen gegen die Journalisten wegen Landesverrats hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Range und Maaßen uneins

Die Ermittlungen gehen auf eine Anzeige vom Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zurück. Range und Maaßen versuchen nun offenbar, sich gegenseitig die Verantwortung für das von Kritikern als überzogen bewertete Vorgehen gegen die beiden Journalisten zuzuschieben.

Angesichts des Vorgehens werden Rücktrittsforderungen etwa aus den Reihen der SPD laut. Bislang werden diese von Unionsvertretern zurückgewiesen. Doch wächst der Druck, muss FDP-Mann Range fürchten, diesen Rückhalt zu verlieren.

Die zweite Attacke

Der Hacker-Angriff auf Ranges Homepage ist bereits die zweite Cyber-Attacke auf zentrale Stellen des Staates innerhalb kurzer Zeit: Im Mai war bekanntgeworden, dass Bundestagscomputer das Ziel einer bis dahin beispiellosen Hackerattacke geworden waren. Unbekannte hatten einen Trojaner ins Netzwerk eingeschleust und Daten abgezweigt. Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch immer ungeklärt - angeblich führen Spuren zu einer russischen Hackergruppe.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa/rts