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"Der Rechtsanspruch auf Brückenteilzeit wird kommen", sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.
"Der Rechtsanspruch auf Brückenteilzeit wird kommen", sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.(Foto: imago/Metodi Popow)
Freitag, 18. Mai 2018

"Arbeit muss zum Leben passen": Heil will flexible Arbeitszeiten mit Auflagen

Homeoffice und E-Mails am Wochenende bearbeiten - wo und wann wir arbeiten, ändert sich immer mehr. Arbeitsminister Heil will deshalb die Arbeitszeiten flexibler gestalten. Pausen und Familienzeit sollen dabei aber nicht zu kurz kommen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil von der SPD hat eine Initiative für flexiblere Arbeitszeiten angekündigt. Eine neue Flexibilität müsse unter dem Dach von Tarifverträgen geregelt werden, darüber wolle er im Sommer mit Arbeitgebern und Gewerkschaften reden, sagte Heil der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Gewerkschaften und Arbeitgeber müssen sich hier beweglich zeigen."

Zugleich hob Heil hervor, auch in Zukunft müsse die Arbeit zum Leben passen "und nicht umgekehrt". Es gelte zu verhindern, dass Menschen rund um die Uhr verfügbar gehalten werden. Sie brauchten Verschnaufpausen, müssten sich um die Familie kümmern, sagte der SPD-Politiker der Zeitung.

Der Minister für Arbeit und Soziales besteht weiter auf der Einführung der Brückenteilzeit. Sein Entwurf entspreche den Vereinbarungen mit der Union, diese müsse sich an den Koalitionsvertrag halten. "Der Rechtsanspruch auf Brückenteilzeit wird kommen, damit Menschen ihre Arbeitszeit reduzieren können, um dann in Vollzeit zurückzukehren." Heil fügte hinzu: "Ich erwarte, dass die Union jetzt konstruktiv mitarbeitet, damit der Gesetzentwurf vor der Sommerpause eingebracht werden kann."

Hartz IV nach und nach erneuern

Der Arbeitsminister sprach sich auch für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften aus. Er werde dazu eine konzertierte Aktion mit Gesundheitsminister Jens Spahn und Familienministerin Franziska Giffey starten. "Ohne höhere Löhne, eine Ausbildungsvergütung und bessere Arbeitsbedingungen wird es nicht gehen", sagte Heil. Zugleich warnte er, die Pflegeprobleme könnten nicht allein mit Fachkräftezuwanderung aus dem Ausland gelöst werden.

Zur Debatte um Hartz IV sagte der Minister dem Blatt, er wolle das System Schritt für Schritt erneuern. Allerdings stellte er keinen grundlegenden Wechsel in Aussicht. "Am Prinzip von Chancen und Regeln bei der Grundsicherung sollten wir festhalten." Die Bezeichnung Hartz IV sei jedoch "polarisierend" und sollte nicht länger verwendet werden.

Quelle: n-tv.de