Politik

Drohungen nach hartem Lockdown Hildburghäuser Landrat unter Polizeischutz

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Landrat Thomas Müller befürwortet den Lockdown - und wird deshalb Ziel von Drohungen.

(Foto: dpa)

Bundesweit hat der Landkreis Hildburghausen die höchste Sieben-Tage-Inzidenz. Seit Mittwoch gelten dort strenge Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kitas sind geschlossen. Weil Landrat Thomas Müller hart durchgreift, wird er im Netz nun zur Zielscheibe. Die Polizei stellt sogar Beamte zu seinem Schutz bereit.

Der Landrat des Corona-Hotspots Hildburghausen, Thomas Müller, steht seit Donnerstag unter Polizeischutz. Er sei zuvor in den sozialen Medien beleidigt und bedroht worden und habe Anzeige erstattet, sagte ein Sprecher der Polizei in Erfurt. Zum Inhalt der Drohung sowie zu mutmaßlichen Tätern und Motiven gibt es bislang keine Informationen. Sie stehe aber "mutmaßlich im Zusammenhang mit der Corona-Schutzverordnung", sagte der Sprecher. Die Kripo in Suhl bearbeitet den Fall.

Müller hatte am Donnerstag die Proteste gegen den strengen Lockdown in Hildburghausen als unverantwortlich kritisiert. Hunderte Menschen, die am Mittwochabend durch die Südthüringer Stadt gezogen seien, hätten nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet, sagte der CDU-Politiker.

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Die Thüringer CDU sieht eine Mitschuld der Landesregierung an der Entwicklung in dem Landkreis. "Zur Verschärfung hat die zögerliche Reaktion des rot-rot-grünen Bildungsministeriums beigetragen, das nötige Schließungen trotz dringlicher Bitten aus dem Landkreis zu lange blockiert hat", sagte Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt der "Rheinischen Post".

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Der Landkreis und seine Schulen seien bei der Anwendung des Stufenkonzeptes "komplett alleine gelassen worden", kritisierte Voigt. Mit 602,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche hat der Landkreis Hildburghausen bundesweit den höchsten Inzidenzwert. Aufgrund der rasant steigenden Infektionszahlen gilt in dem Landkreis seit Mittwoch ein harter Lockdown. Die rund 63.000 Einwohner in der Region dürfen bis zum 13. Dezember ihre Wohnungen nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen.

Landrat Müller hatte schon länger gefordert, die Schulen und Kitas zu schließen. Insgesamt sei die Lage so, dass sich kaum mehr klare Infektionsherde ausmachen ließen, hatte er am Montag gesagt. "Das geht querbeet durch alle Altersschichten."

Quelle: ntv.de, jug/dpa