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UN: "Existenz von Sarin" belegt Hinweis auf weiteren Giftgas-Angriff in Syrien

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In Chan Scheichun waren im April mehr als 80 Menschen bei einem Giftgas-Angriff getötet worden.

(Foto: REUTERS)

Anfang April sterben mehr als 80 Menschen bei einem Giftgas-Angriff auf den syrischen Ort Chan Scheichun. Die Weltöffentlichkeit reagiert bestürzt. Nun wollen UN-Ermittler Beweise dafür entdeckt haben, dass dies keineswegs der erste Einsatz des Nervengifts Sarin war.

UN-Ermittler haben nach eigenen Angaben Hinweise auf einen weiteren Giftgas-Angriff in Syrien. Bei einem "Vorfall" in einem Dorf im Nordwesten des Landes sei Ende März das Nervengift Sarin eingesetzt worden, sagte der Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmet Üzümcü. Berichten zufolge seien bei dem Angriff in Al-Latamina 50 Menschen verletzt worden, sagte Üzümcü. Angaben zu Todesopfern lägen nicht vor.

Üzümcü erklärte, eine Analyse von Proben habe die "Existenz von Sarin" belegt. Die Ergebnisse habe die OPCW vor wenigen Tagen erhalten. Bodenproben, Kleidung und Metallteile seien untersucht worden. Der "Vorfall" ereignete sich demnach am 30. März etwa 25 Kilometer vom Ort Chan Scheichun entfernt. Dort wurden fünf Tage später, am 4. April, bei einem Giftgas-Angriff mehr als 80 Menschen getötet.

Als Vergeltung bombardierten die USA kurz darauf einen syrischen Militärflughafen. In einem Anfang September veröffentlichten Bericht machten UN-Ermittler erstmals die Regierung von Präsident Baschar al-Assad für den Angriff verantwortlich. Assad gibt an, seine Regierung verfüge seit einem Abkommen von 2013 nicht mehr über Chemiewaffen.

Hinweise auf 23 weitere Angriffe

Die Behauptungen der syrischen Führung und ihres Verbündeten Russlands, das Giftgas sei beim Angriff auf ein Waffenlager der syrischen Opposition ausgetreten, wiesen die Ermittler damals zurück. Dafür fanden sie nach eigenen Angaben Hinweise auf mindestens 23 weitere Chemiewaffenangriffe in Syrien seit März 2013.

Bislang wurde angenommen, dass es sich am 4. April in Chan Scheichun um den ersten Einsatz des Nervengifts Sarin seit Jahren gehandelt habe. Üzümcü nannte es daher "besorgniserregend", dass Sarin offenbar auch vorher schon eingesetzt worden sei. Im August 2013 waren im syrischen Damaskus und seiner Umgebung hunderte Menschen bei einem Giftgasangriff getötet worden.

Quelle: ntv.de, jug/AFP