Nach Wagner-Aufstand aussortiertHolt Putin abgesetzten "General Armageddon" aus der Versenkung?

Nach der Wagner-Meuterei im Sommer 2023 verliert der russische General Surowikin seinen Posten. Nun soll er einem Medienbericht zufolge ein neues Kommando erhalten haben, um die Bombardierungen Kiews zu verstärken. Schon in Syrien setzte "General Armageddon" auf verheerende Luftangriffe.
Der nach der Revolte der Söldnergruppe Wagner im Sommer 2023 offenbar in Ungnade gefallene russische General Sergej Surowikin hat laut einem Medienbericht eine neue Aufgabe erhalten. Wie der "Telegraph" berichtet, soll der General dabei helfen, den Druck auf Kiew durch verstärkte Luftangriffe zu erhöhen. Unter anderem solle er Angriffe auf Brücken und andere wichtige Infrastruktur der ukrainischen Hauptstadt koordinieren.
Bereits Anfang Oktober berichtete der russische Kriegspropagandist Viktor Baranez, Surowikin sei nach Moskau zurückgekehrt. Demnach werde dort beraten, wie der General künftig eingesetzt werden könne. Die bekannte russische TV-Moderatorin Ksenia Sobchak widersprach diesen Berichten allerdings. "General Surowikin hat das Kommando im nördlichen Militärbezirk nicht wieder übernommen; er wird weiterhin in Afrika dienen", schrieb sie auf Telegram. Der General halte sich derzeit in Moskau auf und verbringe dort seinen Urlaub mit seiner Familie. Sein aktueller Vertrag für den Dienst in Afrika laufe am 4. November aus und werde um drei Jahre verlängert, fügte Sobchak unter Berufung auf einen Insider hinzu.
Surowikin befehligte im Bürgerkrieg in Syrien russische Truppen. Wegen der schweren Bombardements, die er verantwortete, erhielt er den Spitznamen "General Armageddon". Im Oktober 2022 wurde er zum Oberbefehlshaber der russischen Verbände in der Ukraine ernannt. Unter seinem Kommando begann Russland mit anhaltenden Luftangriffen auf das ukrainische Stromnetz. Zudem ließ Surowikin im besetzten Teil der Region Cherson eine tief gestaffelte Verteidigungslinie errichten. Die nach ihm benannte "Surowikin-Linie" trug dazu bei, dass die ukrainische Gegenoffensive im Sommer 2023 scheiterte.
Im Januar 2023 musste Surowikin den Posten des Oberbefehlshabers an Generalstabschef Waleri Gerassimow abgeben und wurde dessen Stellvertreter. Während der Wagner-Meuterei am 23. und 24. Juni 2023 wandte er sich in einem Video an die Söldner und forderte sie auf, den Aufstand zu beenden. Dabei machte er einen sichtlich angespannten Eindruck und trug keine militärischen Rangabzeichen.
Nach dem Aufstand wurde Medienberichten zufolge untersucht, ob Surowikin in die Meuterei verwickelt gewesen war. Demnach soll er zeitweise unter Hausarrest gestanden haben. Im September 2023 veröffentlichte Sobtschak Fotos, die den General in Zivil in Moskau zeigten. Im selben Monat unternahm der General im Auftrag des russischen Militärs eine Reise nach Afrika.

