Politik

Globaler Streik vor EU-Wahl Hunderttausende demonstrieren fürs Klima

Bei der anstehenden Europawahl können viele Schüler noch nicht abstimmen. Beim zweiten globalen Klimastreik zeigen sie in mehr als 200 deutschen Städten trotzdem deutlich, was sie von der aktuellen Klimapolitik halten. Allein in Hamburg beteiligen sich 17.000 junge Menschen an dem lautstarken Protest.

Zwei Tage vor der Europawahl haben in Deutschland erneut Zehntausende überwiegend junge Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Sie beteiligten sich damit am zweiten globalen Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung. Mehr als 1600 Demonstrationen in 125 Ländern weltweit sind geplant. Mit dabei sind auch Schüler in mindestens 218 deutschen Städten.

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In Hamburg gingen nach Angaben der Polizei rund 17.000 Demonstranten in der Innenstadt auf die Straße - die Veranstalter erwarten aber, dass sich die Zahl noch weiter erhöht. Viele Schüler und Studenten wollten erst nach der Schule, wichtigen Klausuren oder Vorlesungen am Mittag dazustoßen, sagte eine Sprecherin. Die Teilnehmer riefen "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!" und hielten bei ihrem Zug durch die Innenstadt unter anderem Plakate mit den Aufschriften "Klimaschutz statt Kohleschmutz", "Rettet die Welt" und "Stoppt Klimakiller" hoch. Ursprünglich waren nur rund 10.000 Teilnehmer erwartet worden.

Auch in anderen deutschen Städten gingen Menschen auf auf die Straße - die Organisatoren erwarteten nach eigenen Angaben insgesamt Hunderttausende Teilnehmer. In Köln sprach Fridays for Future von 12.000 Teilnehmern, am Brandenburger Tor in Berlin waren 10.000 Demonstranten angemeldet. In München demonstrierten einem ersten Zwischenstand der Beamten zufolge rund 2500 bis 3000 Menschen.

Schüler und Studenten in zahlreichen Ländern protestieren seit Monaten freitags für mehr Klimaschutz und schwänzen dafür den Unterricht. Bereits im März hatte es einen globalen Aktionstag mit über 2000 Kundgebungen in mehr als 120 Staaten gegeben. Zur Europawahl will Fridays for Future das Thema noch einmal in den Fokus rücken. Viele Jugendliche dürfen noch nicht wählen und können ihre Interessen daher nicht an den Wahlurnen zum Ausdruck bringen.

Inspiriert wurde die Bewegung von der jungen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg. Sie läuft international unter verschiedenen Namen, in Deutschland unter der Bezeichnung Fridays for Future. Die Unterstützer verlangen für die Bundesrepublik klare Regeln, um eine Reduktion von Treibhausgasen zu erreichen. So fordern die Initiatoren von Fridays for Future in Deutschland den Kohleausstieg bereits im Jahr 2030 und hundert Prozent erneuerbare Energieversorgung bis zum Jahr 2034.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

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