Angriffe auf Saudi-ArabienHuthi-Miliz trifft Zentrale des weltgrößten Ölunternehmens Aramco

Der militärische Schlagabtausch zwischen Saudi-Arabien und den jemenitischen Huthis geht weiter: Die Miliz trifft immer wieder sensible Ziele im Nachbarland, nun wird die Konzernzentrale von Saudi Aramco beschädigt. Im Jemen wird die humanitäre Lage immer dramatischer.
In Saudi-Arabien ist die Konzernzentrale des weltgrößten Ölunternehmens Saudi Aramco bei einem Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz am Dienstag schwer beschädigt worden. Ein Feuer habe sich über mehrere Stockwerke ausgebreitet, sagen drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Der Betrieb in dem Komplex in Dhahran im Osten Saudi-Arabiens laufe zwar normal weiter, einige Mitarbeiter seien jedoch gebeten worden, von zu Hause aus zu arbeiten. Das saudi-arabische Energieministerium teilt mit, der Angriff in der Nacht zum Dienstag habe vor dem Hintergrund verschärfter Kämpfe mit den Huthi-Rebellen im Jemen ein begrenztes Feuer verursacht. Eine Stellungnahme von Aramco liegt bisher nicht vor. Zwei Insidern zufolge ist der Brand im neunten Stock des Südflügels ausgebrochen und hat sich zwischen dem sechsten und zehnten Stockwerk ausgebreitet.
Die oberen drei Etagen des Gebäudes, in denen sich das Büro von Aramco-Chef Amin Nasser befindet, seien schwer beschädigt worden. Ein vierter Insider berichtet, das Feuer habe bis zum frühen Mittwochmorgen gebrannt. In der Anlage befindet sich ein Einsatzzentrum, von dem aus der Konzern seine On- und Offshore-Bohrinseln, Raffinerien, Exportterminals und Tausende Kilometer an Pipelines überwacht.
Gesundheitssystem im Jemen extrem unter Druck
Unterdessen gehen die schweren Kämpfe im Jemen weiter und führen laut dem Roten Kreuz zu katastrophalen Zuständen in den Krankenhäusern des bereits von Kriegen und Krisen gezeichneten Landes. Die Zahl der Verletzten sei zuletzt drastisch gestiegen, teilte das Rote Kreuz mit. Manche Kliniken in Kampfgebieten müssten so viele durch Waffengewalt verletzte Menschen aufnehmen wie noch nie zuvor - mitunter mehr als 700 pro Woche.
Das Personal in den Notaufnahmen stehe unter enormem Druck, erklärte ICRC-Gesundheitskoordinator Feras Abusamra. Nur ein kleiner Teil der noch funktionierenden Einrichtungen im Jemen könne überhaupt Schwerverletzte versorgen. Es fehle an chirurgischem Material, Narkosemitteln, Sauerstoff und Medikamenten.
Das Gesundheitssystem im Jemen sei durch mehr als ein Jahrzehnt Krieg, Wirtschaftskrise, Vertreibung und Krankheitsausbrüche bereits geschwächt, warnte das Rote Kreuz. Das System wäre bei einer weiteren Eskalation der Kämpfe kaum in der Lage, einen erneuten starken Anstieg der Opferzahlen zu bewältigen. Im Jemen kämpfen vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen gegen Regierungstruppen, die wiederum Saudi-Arabien hinter sich wissen. Für Schlagzeilen sorgten zuletzt vor allem Angriffe der Huthis auf Ziele in Saudi-Arabien, darunter auf den internationalen Flughafen in der Hauptstadt Riad.
