"Unglaublicher" Vorfall ICE-Agenten schießen in New York auf Auto mit Kind an Bord

Seit Beginn von Trumps Offensive gegen Migranten in den USA kommt es bereits mehrfach zu tödlichen Vorfällen mit ICE-Agenten. In New York schießen Mitarbeiter der Behörde jetzt auf ein Fahrzeug, in dem sich auch ein Kind befindet. Bürgermeister Mamdani spricht von einem "ungeheuerlichen" Vorfall.
Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE haben am Donnerstag im New Yorker Stadtteil Bronx auf einen Mann in seinem Auto geschossen und ihn verletzt. In dem Fahrzeug befand sich auch ein Kind. Es habe sich dabei um einen "gezielten Vollstreckungseinsatz" gehandelt, um einen vorbestraften Mann aus der Dominikanischen Republik festzunehmen, teilte das US-Heimatschutzministerium (DHS) mit. "Bei dem Vorfall hat ein ICE-Beamter seine Waffe abgefeuert und der 'kriminelle illegale Ausländer' ist verletzt worden", hieß es in der Mitteilung. ICE-Beamte hätten sofort Erste Hilfe geleistet. Der Mann sei am Leben und in einem örtlichen Krankenhaus.
Der Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, bezeichnete den Vorfall hingegen als "ungeheuerlich und unglaublich". Er habe Präsident Donald Trump angerufen, um mit ihm darüber zu sprechen. "Ich werde ihn auffordern, alle Vollstreckungsmaßnahmen der ICE-Behörde in unserer Stadt zu beenden. Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie ICE-Beamte die Menschen in unseren Stadtvierteln terrorisieren." Nach Angaben der New Yorker Polizei fielen am Donnerstag gegen 16 Uhr Ortszeit in der Bronx Schüsse. Beamte der Einwanderungsbehörde seien unter anderem beteiligt gewesen. Bundesbehörden untersuchen den Vorfall.
Ein Augenzeuge, Pedro Almarez, der Besitzer eines nahegelegenen Restaurants, sagte, er habe Schüsse gehört und sei nach draußen gegangen. Dort habe er mehrere Beamte in ICE-Einsatzkleidung gesehen. "Es waren viele ICE-Beamte da, drei oder vier Autos", sagte Almarez. Die Polizei der Stadt teilte mit, ihre Beamten seien nicht an den Schüssen beteiligt gewesen. Laut weiteren Augenzeugen rief eine Frau am Tatort von einem Balkon aus den Beamten zu: "Ihr nehmt uns unsere Kinder weg".
Seit der Rückkehr des republikanischen Präsidenten Donald Trump ins Amt haben Beamte der Bundeseinwanderungsbehörde auf mindestens 21 Menschen geschossen und dabei sieben getötet. Kritiker werfen der Regierung vor, dass Trumps Bestrebungen, mehr Migranten abzuschieben, führten zu immer mehr gewalttätigen Konfrontationen. Zudem verhindere die US-Regierung, dass sich die beteiligten Beamten verantworten müssten.