Politik

Libyische Stadt eingekesselt IS kämpft mit Selbstmordanschlägen um Sirte

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Regierungstreue Truppen erobern die Stadt Stück für Stück zurück.

(Foto: REUTERS)

Dem Islamischen Staat doht der Verlust einer seiner wichtigsten Hochburgen. Von Sirte aus operieren die Dschihadisten in großen Teilen Libyiens. Nun rücken regierungsnahe Truppen vor. Der IS will die Eroberung mit allen Mitteln aufhalten.

Mit Selbstmordanschlägen versucht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), den Vormarsch regierungstreuer Truppen in ihrer libyschen Hochburg Sirte zu stoppen. Mit sprengstoffbeladenen Autos seien drei Attentate auf Regierungstruppen in verschiedenen Teilen der Küstenstadt ausgeführt worden, heißt es auf einem Facebook-Kanal, der von den Streitkräften der neuen Einheitsregierung genutzt wird. Ein Auto sei nahe einem Feldlazarett explodiert. Es habe mehrere Opfer gegeben. Über die Anschläge berichteten auch örtliche libysche Medien.

Seit Tagen rücken Truppen nach und nach in der Küstenstadt Sirte vor. Freitagabend hatten sie nach eigenen Angaben den Hafen östlich des Stadtzentrums eingenommen und behauptet, die Terrormiliz in der Stadt damit eingekreist zu haben. Die Soldaten stehen loyal zur Einheitsregierung.

Der IS hat in Syrien und dem Irak ein Kalifat ausgerufen - von mehreren Ablegern in anderen Staaten gilt der in Libyen als der mächtigste. Tausende Dschihadisten kontrollieren einen mehr als 100 Kilometer langen Küstenstreifen mit dem Zentrum Sirte. Die Region gilt dabei als sichere Rückzugszone für Kader aus dem IS-Kerngebiet.

"Beeindruckende" Fortschritte

Die Einnahme Sirtes wäre ein schwerer Schlag für die Terrormiliz, die auch in Syrien und dem Irak militärisch unter Druck steht. UN-Vermittler Martin Kobler sagte auf Twitter, die schnellen Fortschritte der mit der neuen Einheitsregierung verbündeten Milizen seien "beeindruckend". Gleichzeitig mahnte er alle Kämpfer, zivile Opfer bei den Gefechten um die Stadt zu vermeiden.

Die von den Vereinten Nationen vermittelte Einheitsregierung soll zwei rivalisierende Führungen im Land ersetzen. Einflussreiche Milizen schlossen sich ihr an. Berichten zufolge befinden sich seit einiger Zeit westliche Militärangehörige im Land. Wie sie in den Kampf eingebunden sind, ist allerdings weitgehend unklar.

Quelle: ntv.de, ath/dpa