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Neue Zahlen zur Grundsicherung Immer mehr Rentner müssen aufstocken

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Altersarmut ist seit Jahren ein Streitthema im Bundestag.

(Foto: picture alliance / Armin Weigel/)

Seit Wochen sorgt ein Gesetzentwurf für eine Grundrente für Streit in der Koalition. Eine Statistik zeigt nun einen deutlichen Anstieg der Empfänger von Grundsicherung. Die neuen Zahlen kommen Bundesarbeitsminister Heil zugute, der eine Grundrente einführen will.

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung ist erneut gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, bekamen im Dezember knapp 1,08 Millionen Menschen Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung. Das sind 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gut die Hälfte davon bezieht die Leistung, weil sie das Rentenalter erreicht hat. Die andere Hälfte wegen Krankheit oder Behinderung.

Als Grundsicherung wird eine Sozialleistung bezeichnet, die aus Steuermitteln finanziert wird. Diese Leistung wird beantragt, wenn die Rente nicht ausreicht und wird unabhängig vom Einkommen der Kinder oder Eltern berechnet. Wenn das gesamte monatliche Renten-Einkommen unter 838 Euro liegt, kann die Grundsicherung beantragt werden.

Im Mai will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil seinen Gesetzentwurf für eine Grundrente präsentieren. Seine Pläne sorgen seit Wochen in der Koalition für Streit. Union und SPD hatten zwar im Koalitionsvertrag die Einführung einer Grundrente vereinbart für Menschen, die trotz vieler Beitragsjahre nur geringe Rentenansprüche haben. Anders als dort vorgesehen enthält das Konzept des Arbeitsministers aber keine Bedürftigkeitsprüfung vor Auszahlung der Leistung, was auf heftige Kritik in der Union stößt.

In Deutschland leben etwa 20 Millionen Rentner. Von der neuen Grundrente könnten etwa drei bis vier Millionen Rentner profitieren, die 40 Jahre auf Mindestlohnniveau gearbeitet haben.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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