Politik

Krupp im "ntv Frühstart" Impfstoffbeauftragter beklagt US-Blockaden

Die langsame Impfstoffproduktion bei Astrazeneca und Johnson & Johnson liegt nach Auskunft des Sonderbeauftragten der Bundesregierung auch an der US-Regierung. Washington steuere die Komponenten-Herstellung zum nationalen Vorteil.

Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Krupp, führt die Störungen in der Impfstoffproduktion von Herstellern wie Astrazeneca und Johnson & Johnson auch auf politisch verursachte Lieferengpässe zurück. "Wir glauben alle an den freien Welthandel. Aber die globalen Lieferbeziehungen laufen nicht alle so, wie sie laufen sollen", sagte Krupp in der ntv-Sendung "Frühstart".

Als Beispiel nannte der Verwaltungsfachmann die USA. Das Land habe keine Exportverbote verhängt, es gelte aber die sogenannte "Rated Order". "Die 'Rated Order' heißt, dass die amerikanische Regierung den Unternehmen sagt, in welcher Reihenfolge bestimmte Aufträge abzuwickeln sind. Und das heißt natürlich, dass erst einmal amerikanische Firmen beliefert werden müssen oder Lieferungen ausgeliefert werden müssen, die eine hohe Priorität für die amerikanische Regierung haben. Und da fallen dann manche europäischen Bestellungen hinten runter", sagte der SPD-Politiker.

Das Team um Krupp sammele nun diese Fälle, die durch die amerikanische Priorisierung auftreten. "Das geht also um bestimmte Komponenten und bestimmte Vorprodukte." Über die EU solle Druck auf die USA ausgeübt werden, "dass wir mit dem Weißen Haus darüber sprechen, dass solche Blockaden möglichst aufgelöst werden".

Langsame Impfstoffproduktion ein "Rückschlag"

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Zugleich zeigte sich Krupp optimistisch für den weiteren Verlauf der Impfkampagne. Vizekanzler Olaf Scholz hatte am Vortag zehn Millionen Impfdosen pro Woche in den Monaten Juni und Juli als Beleg für ein höheres Impftempo genannt. "Es ist immer gut, ambitionierte Ziele zu haben. Mein erstes Ziel wäre erst einmal, dass man Ende April, Anfang Mai auf sechs Millionen Dosen kommt", sagte Krupp.

Trotz der ausgesetzten Verimpfung des Astrazeneca-Vakzins sei das möglich. Krupp verwies auf die zusätzlichen Lieferungen des Herstellers Biontech, zudem nehme Moderna in der Schweiz die Produktion auf. "Natürlich ist es eine sehr gute Nachricht, dass Johnson & Johnson in Dessau produzieren wird. Und deshalb glaube ich schon, dass die Zahlen deutlich nach oben gehen werden", so Krupp. "Das war schon ein Rückschlag, dass die Produktion nicht ganz so schnell vorangegangen ist, wie Astrazeneca es sich selber gewünscht hat. Die EU hat zum Glück sehr viel mehr Impfstoff bestellt, als erforderlich ist, so dass man hofft, dass man das dadurch ausgleichen kann."

Quelle: ntv.de, ako/shu

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