Politik

Digitalgipfel wegen Corona? Insider: Nord- und Südkorea wollen Gipfeltreffen

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Trafen sich schon 2018 und pflegen seit April 2021 wieder eine Brieffreundschaft: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In.

(Foto: AP)

Nach langer Funkstille verkünden Nord- und Südkorea die Wiederaufnahme der Kommunikation miteinander. Einen Tag später sprechen Insider schon über Beratungen über ein mögliches Gipfeltreffen. Der ideale Gipfel würde von Angesicht zu Angesicht stattfinden - und die Annäherung Nordkoreas an ein weiteres Land ermöglichen.

Nord- und Südkorea sind Insidern zufolge im Gespräch über ein Gipfeltreffen zwischen Machthaber Kim Jong Un und Präsident Moon Jae In. Außerdem gebe es Beratungen darüber, das gemeinsame Verbindungsbüro wieder zu eröffnen, das Nordkorea im vergangenen Jahr zerstört hatte, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen aus der südkoreanischen Regierung. Am Dienstag hatten beide Seiten erklärt, sie hätten nach gut einem Jahr Unterbrechung ihre Kommunikation wieder aufgenommen. Ein Treffen zwischen dem nordkoreanischen Machthaber Kim und dem südkoreanischen Präsidenten Moon war den offiziellen Angaben zufolge nicht geplant.

In den Regierungskreisen in Seoul hieß es, es werde ein Treffen zwischen Moon und Kim angestrebt. Einen Zeitrahmen dafür oder andere Details seien noch nicht besprochen worden, Grund dafür sei die Corona-Pandemie. "Die Gespräche laufen noch immer", sagte ein Insider. Corona sei der größte Faktor dabei. "Ein persönliches Treffen ist das beste, hoffentlich verbessert sich die Lage."

Ein zweiter Insider sagte, ein Gipfel könne auch virtuell stattfinden, sollte Nordkorea wegen Corona eine persönliche Begegnung ablehnen. "Wenn wir das schaffen und der Norden über diese Fähigkeit verfügt, würde das einen großen Unterschied machen und so viele Möglichkeiten eröffnen, um die Gespräche mit den Vereinigten Staaten wieder aufzunehmen." Das Präsidialamt in Seoul wollte sich dazu nicht äußern. Am Dienstag hatte es erklärt, Kim und Moon hätten bislang keine Pläne für einen Gipfel vorgelegt.

Dass es Beratungen über ein solches Treffen gibt, signalisiert bereits eine Verbesserung der angespannten Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten. Sie hatten sich nach dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Februar 2019 erheblich verschlechtert. Im Juni 2020 hatte die kommunistische Führung in Pjöngjang alle Kommunikationswege zwischen den Regierungen und dem Militär der beiden koreanischen Staaten gekappt. Nordkorea zerstörte auch das innerkoreanische Verbindungsbüro auf seinem Boden, das 2018 in der Grenzstadt Kaesong errichtet worden war.

Eine Annäherung zwischen den Regierungen in Pjöngjang und Seoul könnte auch dabei helfen, die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea über dessen Atom- und Raketenprogramm wieder zu beleben. Dabei geht es um Abrüstung im Gegenzug für Lockerungen der Sanktionen gegen Nordkorea. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte einen praktischen Ansatz zugesichert und auf die Ernennung eines Beauftragten für Menschenrechtsfragen in Nordkorea verzichtet.

Annäherung an USA?

Ein Insider sagte, Kims Schritt auf Südkorea zu spiegele die Bereitschaft wider, auch auf die USA zu reagieren. Es habe einige sichtbare Elemente gegeben, so eine schrittweise Annäherung anstelle einer großen Verhandlung sowie die Ernennung eines Unterhändlers für Atomfragen statt eines Menschenrechtsbeauftragten. "Schließlich hat Washington seine Politik enthüllt, und der Norden kann nicht einfach untätig herumsitzen, also wurden die innerkoreanischen Beziehungen als Ausgangspunkt gewählt."

Die USA streben eine vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und einen dauerhaften Frieden an. Seit dem Korea-Krieg 1950 bis 1953 herrscht zwischen den beiden koreanischen Staaten Waffenstillstand. Einen Friedensvertrag, der den Krieg beenden würde, haben sie nicht unterschrieben. Damit befinden sie sich formal noch immer im Kriegszustand.

Quelle: ntv.de, mpe/rts

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