Politik

Terrorliste des IS entdeckt Interpol sucht deutschen Dschihadisten

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Anhänger des IS beten 2014 in einer Moschee in Mossul.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mossul im Irak galt lange Zeit als letzte Festung des IS. Anti-Terror-Einheiten finden in der Stadt eine Liste mit den Namen etlicher potenzieller Selbstmordattentäter. Darauf sollen auch sechs Europäer stehen - einer von ihnen stammt aus Nordrhein-Westfalen.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat einem Medienbericht zufolge eine Fahndungsliste mit den Namen von 173 potenziellen Selbstmordattentätern des Islamischen Staates (IS) verschickt. Unter den gesuchten Extremisten seien auch sechs Verdächtige aus Europa, berichtete die "Welt". Bei einem Extremisten handele es sich um einen 27-Jährigen aus Solingen in Nordrhein-Westfalen.

Der deutsche Dschihadist soll dem Bericht zufolge im Herbst 2012 zunächst nach Ägypten, dann in die Türkei und anschließend nach Syrien ausgereist sein. Mitte Juli habe der IS in sozialen Netzwerken seinen Tod im syrischen Rakka verkündet. Allerdings seien dabei keine Todesumstände genannt worden, was als sehr ungewöhnlich gelte.

Auf der Liste sollen darüber hinaus die Namen von 132 Irakern sowie Verdächtigen aus Nordafrika, den arabischen Golfstaaten, Tadschikistan und Bangladesch stehen. Entdeckt wurde sie den Angaben zufolge bei Anti-Terror-Einsätzen in Mossul. Die Stadt galt vor ihrer Befreiung als letzte Bastion des IS im Irak.

US-Geheimdienste sollen die Daten anschließend ausgewertet und an Interpol übermittelt haben. Die internationale Polizeibehörde verschickte die Liste der "Welt" zufolge bereits im Mai an die europäischen Sicherheitsbehörden. Befürchtet wird demnach, dass der IS versuchen könnte, einen Teil der Islamisten heimlich nach Europa zu entsenden, um Anschläge zu begehen.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP/rts

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