Politik

Türkische Soldaten in Mossul Irak droht der Türkei mit regionalem Krieg

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Ministerpräsident Haider al-Abadi warnt vor den möglichen Konsequenzen, sollte die Türkei ihre Soldaten nicht aus dem Nordirak abziehen.

dpa

Türkische Soldaten im Irak: Bagdad will das nicht länger hinnehmen und fordert Ankara auf, die Streitkräfte abzuziehen. Beide Länder bestellen daraufhin ihre Botschafter ein - doch die Drohung eines Krieges schwebt über dem diplomatischen Austausch.

Der Irak hat die Türkei aufgefordert, ihre Soldaten aus dem Norden des Landes abzuziehen. Andernfalls drohe ein regionaler Krieg, sagte Ministerpräsident Haider al-Abadi im staatlichen Fernsehen. Das irakische Außenministerium bestellte deshalb den türkischen Botschafter ein - Ankara reagierte darauf seinerseits mit einer Einbestellung des irakischen Botschafters.

"Wir haben die türkische Seite mehr als einmal aufgerufen, sich nicht in die Belange des Irak einzumischen", sagte Abadi. Das Vorgehen der türkischen Regierung sei nicht akzeptabel. Der Irak wolle keinen Krieg mit dem Nachbarland, die Gefahr sei aber gegeben.

Proteste nach Erdogan-Interview

Erdogan hatte am Wochenende in einem Interview erklärt, nach der Befreiung der nordirakischen Stadt Mossul dürften dort nur sunnitische Araber, Turkmenen und sunnitische Kurden leben. Diese Äußerung löste im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Irak scharfe Kritik aus.

Die türkischen Soldaten bilden in der Nähe von Mossul sunnitische Kämpfer und kurdische Peschmerga für Gefechte mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus. Der Türkei zufolge ist die Stationierung von Soldaten im Nordirak Teil der internationalen Mission, irakische Kräfte im Kampf gegen die Extremistenmiliz IS zu unterstützen. Die irakische Regierung hält dem entgegen, sie habe nie darum gebeten und betrachte die Soldaten als Besatzer.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP/dpa

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