Effektivität strittigUSA erwägen offenbar Einsatz der "Mutter aller Bomben" im Iran

US-Präsident Donald Trump steht vor einem Dilemma und sucht einen Ausweg aus dem Krieg im Iran. Nun gibt es Berichten zufolge Pläne, die größte nicht nukleare Bombe der USA einzusetzen. Insider glauben allerdings nicht an einen militärischen Erfolg.
Das US-Militär hat offenbar neue Angriffspläne gegen den Iran entwickelt, die auch den Einsatz der sogenannten "Mutter aller Bomben" beinhaltet. Das berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute US-Beamte. Demnach soll die größte nicht nukleare Bombe im US-Arsenal für Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur und Nuklearanlagen eingesetzt werden, falls US-Präsident Donald Trump den Befehl zur Wiederaufnahme der Kampfhandlungen geben sollte. Der Einsatz der Bombe würde eine bemerkenswerte Eskalation im Iran-Krieg darstellen, ihre Effektivität für Trumps Kriegsziele ist in Militärkreisen jedoch zweifelhaft.
Die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast Bomb oder auch MOAB wurde im Jahr 2003 erstmals getestet und von Trump im Jahr 2017 im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) in Afghanistan zum ersten Mal in der Geschichte eingesetzt. Ziel war damals ein Tunnelsystem der Extremisten. Die GPS-gesteuerte Bombe wiegt offiziellen Angaben zufolge über 9,5 Tonnen und wurde für den Einsatz gegen großflächige Ziele, in weicherem Untergrund vergrabene Ziele oder Ziele in Tunneln oder Höhlen konzipiert.
Aktuelle Militärpläne sähen ausdrücklich den Einsatz der MOAB für Angriffe auf iranische Atomanlagen - wie die im Peakaxe Mountain vermuteten - vor, schreibt CNN unter Berufung auf die Quellen. Allerdings dürfte Insidern zufolge die Durchschlagskraft der Waffe für eine Zerstörung der Anlagen nicht ausreichen. Da die Bombe einen großen Explosionsradius hat, hätte sie aber verheerende, vermutlich oberflächliche, Auswirkungen auf die betroffenen Gebiete im Iran. Bei einem Einsatz in der Nähe von besiedelten Gebieten wäre zudem die Sorge um zivile Opfer groß.
In den vergangenen Monaten drohte Trump wiederholt mit einem Angriff auf Pickaxe Mountain. Die USA und Israel vermuten, dass Teheran in dem Berg Komponenten seines Atomprogramms lagert. Satellitenbilder dokumentieren seit 2020 fortlaufend Bauarbeiten und zeigen regelmäßig neue Tunneleingänge, Zufahrtsstraßen und Sicherheitsanlagen an dem Gebirge. Das iranische Regime gestattete der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO allerdings nie Zutritt, sodass die Behörde regelmäßig erklärt, nicht genau sagen zu können, was sich in diesem Komplex befindet.
Einsatz der MOAB könnte Status quo ändern
Trump könnte die MOAB auch als psychologische Waffe einsetzen, um das iranische Regime zu Bewegungen in den Verhandlungspositionen zu zwingen. Trump habe sich "leider in eine Lage gebracht, in der er fast gezwungen ist, etwas zu unternehmen", erklärt eine der Quellen CNN. Weil die entsprechende Munition fehle, um tatsächlich tief in die Erde einzudringen, müssten die psychologischen Auswirkungen der MOAB berücksichtigt werden, fährt die Quelle fort.
Andere US-Beamte glauben nicht, dass die "Mutter aller Bomben" eine Kapitulation des Iran erzwingen oder einen strategischen militärischen Sieg bringen kann. Allerdings könnte der Einsatz Trump ermöglichen, den Status quo des Konflikts zu verändern, ohne gleich größere Kampfhandlungen wieder aufnehmen zu müssen.
Trump sieht sich einem politischen Dilemma gegenüber. Der von ihm begonnen Krieg im Iran wird in den USA unter anderem aufgrund der daraufhin stark gestiegenen Dieselpreise zunehmend zu einem Problem für den US-Präsidenten - erst recht wenige Wochen vor den Zwischenwahlen. Bisher ist allerdings kein diplomatisches Abkommen zur Beendigung des Krieges in Sicht. Und so versuchen hochrangige Beamte und Militärplaner seit Wochen, einen Ausweg zu finden, der Trump zumindest eine Art "symbolischen Sieg" verschafft.

