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Streit um Atomabkommen Iran droht mit neuer Urananreicherung

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Ein Standbild des iranischen Fernsehens vom Februar 2012 zeigt Zentrifugen in der Atomanlage im iranischen Nathans.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Januar verlangt Donald Trump Nachverhandlungen am Atomabkommen mit dem Iran. Die Führung in Teheran schließt das aus und erklärt dem US-Präsidenten, wie schnell sie wieder Uran anreichern könnte, falls er den Vertrag aufkündigt.

Der Iran könnte seine Urananreicherung nach eigener Darstellung schnell wieder hochfahren, sollten die USA den internationalen Atomvertrag platzen lassen. In weniger als 48 Stunden könne wieder auf 20 Prozent angereichertes Uran produziert werden, zitiert der Fernsehsender Al-Alam TV den Sprecher der nationalen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi. Für zivile Zwecke genügt ein Anreicherungsgrad von fünf Prozent, für Atombomben werden allerdings 80 bis 90 Prozent benötigt.

US-Präsident Donald Trump hatte im Januar innerhalb von 120 Tagen Ergänzungen an dem Vertrag von 2015 gefordert. Andernfalls würden sich die USA aus dem Abkommen herausziehen und es damit zu Fall bringen, lautete die Drohung. Die iranische Führung besteht darauf, dass der Atomvertrag zwischen dem Iran, den USA, Frankreich Großbritannien, Russland, China und Deutschland nicht neu verhandelbar sei.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien warnt vor einem Aus für den Vertrag. Das Abkommen sei ein großer Gewinn für das System der Überprüfungen, sagte Yukiya Amano. Die IAEA habe dadurch einen gründlicheren Überblick über die iranischen Atomaktivitäten. Zugleich bestätigte Amano, dass sich der Iran nach seinen Erkenntnissen an die Bestimmungen des Vertrags halte.

Ein Scheitern will auch Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian verhindern, der zu Wochenbeginn in der iranischen Hauptstadt Teheran eintraf. Er wolle weder ein Gesandter Trumps noch ein Verteidiger des Irans sein, erklärte der Minister. Er appellierte allerdings an die Führung in Teheran, die Bedenken des Westens wegen seiner ballistischen Raketen ernst zu nehmen. Der Iran verweist indes darauf, dass sein Raketenprogramm kein Bestandteil des Atomabkommens sei und ausschließlich einen rein defensiven Charakter habe. Das Land werde sich keinem Druck beugen, das Raketenprogramm einzustellen.

Quelle: n-tv.de, chr/rts

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