Politik

Geständnis oft unter FolterIran exekutiert angeblichen Mossad-Spion

28.01.2026, 13:00 Uhr
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Die iranische Regierung macht Israel und die USA für die jüngsten Proteste verantwortlich. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die iranische Regierung ließ im vergangenen Jahr Hunderte Menschen hinrichten. Besonders die mutmaßliche Zusammenarbeit mit dem erklärten Feind Israel wird streng bestraft. Nun trifft es einen Mann, der bereits im April 2025 festgenommen wurde.

Die Behörden im Iran haben erneut einen mutmaßlichen Spion für Israel hingerichtet. Der wegen "Weitergabe von Informationen an einen Mossad-Agenten" verurteilte Mann wurde gehängt, wie die iranische Justiz-Website Misan berichtete. Laut Justiz soll der Mann vom israelischen Auslandsgeheimdienst im Internet angeworben worden sein und Informationen über das Land gesammelt haben.

Der Mann war im April 2025 festgenommen worden. Er soll Fotos und Videos an den Mossad übermittelt haben und Ausrüstung gekauft haben, um Israel bei der Ausführung von "Sabotageaktionen" an iranischen Raketenstellungen zu helfen. Zudem wurde ihm zur Last gelegt, mit Sprengstoff bestückte Autos transportiert zu haben. Diese Gründe wurden zuvor schon bei anderen Todesstrafen angeführt.

Nach den israelischen Militärangriffen gegen den Iran im Juni 2025 gab es landesweit Festnahmen wegen angeblicher Spionagetätigkeit. In diesem Zusammenhang sollen den Angaben zufolge bereits mindestens zehn Menschen exekutiert worden sein.

Nach Darstellung der iranischen Regierung steckt Israel gemeinsam mit den USA hinter den jüngsten politischen Unruhen. Die iranische Justiz hat bereits angedeutet, dass einige der im Zuge der jüngsten regierungskritischen Proteste Festgenommenen wegen "Verbrechen" angeklagt werden könnten, auf die nach geltendem Recht die Todesstrafe steht.

Tausende Hinrichtungen

Die landesweiten Proteste im Iran waren Ende Dezember ausgebrochen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Bei der Niederschlagung der Proteste wurden Aktivisten zufolge Tausende Menschen getötet. Zehntausende weitere wurden demnach festgenommen.

Menschenrechtsorganisationen äußern sich seit Langem besorgt darüber, dass im Iran unschuldige Menschen auf der Grundlage von unter Folter erzwungenen Geständnissen hingerichtet werden. Sie werfen den Behörden vor, Hinrichtungen vor allem als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mehr als 2000 Menschen hingerichtet - so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Andere iranische Aktivisten beziffern die Zahl der Hinrichtungen im Jahr 2025 auf mehr als 1.500.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/AFP

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