Politik

Kriegsgefahr am Persischen Golf Iran kündigt Friedensplan an

Angriffe, Sanktionen, Drohungen, Truppenverlegung - die Gefahr eines Krieges am Persischen Golf scheint von Stunde zu Stunde zu wachsen. Nun kommen erstmals moderatere Töne aus Teheran: Präsident Ruhani will diese Woche in New York einen Friedensplan für die Straße von Hormus vorstellen.

Irans Präsident Hassan Ruhani will bei der UN-Vollversammlung in New York einen Plan für Sicherheit und Frieden in der Straße von Hormus, im Persischen Golf vorlegen. Zu diesem Zweck will er eine Koalition innerhalb der Golfstaaten bilden - ohne ausländische Schutzmächte. "Die Einmischung von außen ist für den Persischen Golf problematisch und gefährlich", sagte Ruhani. Die Frage solle nur regional geregelt werden. Dafür sei der Iran bereit, alle Differenzen mit den Golfstaaten auszuräumen.

Saudi-Arabien wie auch die Vereinigten Arabischen Emirate hatten nach Angaben der USA Washington um Unterstützung in dem Konflikt gebeten. Der US-Verteidigungsminister Mark Esper sagte am Freitagabend die Verlegung weiterer Truppen in den Nahen Osten zu, die "defensiver Natur sein werden". Es deute alles darauf hin, dass der Iran für die Angriffe auf saudische Ölanlagen verantwortlich sei. US-Präsident Trump verhängte neue Sanktionen gegen Irans Zentralbank und Staatsfonds wegen angeblicher Finanzierung terroristischer Aktivitäten. Die USA warnten alle Regierungen, nicht mehr mit Irans Zentralbank zusammenzuarbeiten und teilten mit, sie hätten "alle Einkommensquellen des Iran abgeschnitten".

Mit Ruhanis Ankündigung kommen moderatere Töne aus dem Iran in die Konfliktlage, die sich in den vergangenen Tagen weiter zugespitzt hat. Bei CNN hatte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zuvor mit einem "umfassenden Krieg" gedroht, falls die USA und Saudi-Arabien einen Militärschlag auf sein Land durchführen sollten. "Wir wollen keinen militärischen Konflikt", hatte Sarif gesagt, jedoch werde der Iran "nicht mit der Wimper zucken", wenn es darum gehe, das Land zu verteidigen. Ein ranghoher schiitischer Geistlicher drohte für den Fall eines US-Angriffs mit der Vernichtung Israels. "Sollte es zu einem Angriff kommen", sagte Ajatollah Sejed-Ahmad Alamolhoda, einer der Chefideologen der iranischen Hardliner, wäre "von Israel binnen zwölf Stunden nur noch Staub übrig".

Am Rande der UN-Generaldebatte in New York zeichnet sich nun ein Treffen zwischen dem Iran und den Ländern des Atomabkommens von 2015 ab - allerdings ohne die USA. Vermutlich am Mittwoch wollen sich die Außenminister von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China mit dem iranischen Kollegen treffen. Auch Außenminister Sarif kündigte ein solches Treffen vor iranischen Journalisten an. Für Mittwoch ist in New York auch eine Rede von Präsident Ruhani vor der UN-Vollversammlung geplant.  

Quelle: n-tv.de, fni/dpa

Mehr zum Thema