Politik

Hoffen auf Ende von SanktionenIran kündigt Gespräche mit den USA über Atomprogramm an

02.02.2026, 13:46 Uhr
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Irans Außenminister Araghtschi will in den kommenden Tagen mit dem US-Sondergesandten Witkoff sprechen. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

2025 verhandelten die USA mit dem Iran über dessen Atomprogramm, dann sprachen die Waffen. Seither herrscht diplomatische Eiszeit zwischen beiden Ländern. Die könnte nun enden.

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran wollen Regierungsvertreter beider Länder einem iranischen Bericht zufolge neue Verhandlungen aufnehmen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden im Iran nahesteht. Der genaue Ort und Zeitpunkt des Treffens sind demnach noch nicht bekannt. Eine Bestätigung aus den USA steht noch aus.

Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren zuletzt wieder gewachsen. US-Präsident Donald Trump hat der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und dessen Begleitschiffen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung ihre Urananreicherung vollständig einstellt. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet die Maximalforderung jedoch als rote Linie.

Trump erklärt Irans Nuklearprogramm für vernichtet

Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel den Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, Irans Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden. Dies war selbst von US-Geheimdiensten teils bezweifelt worden.

Weitere Streitpunkte sind Irans Raketenprogramm, die Unterstützung militanter Gruppen in Nahost sowie der Verbleib von 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran. Irans Regierung hatte vor Gesprächen betont, zunächst nur über das Atomprogramm verhandeln zu wollen.

Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jüngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.

Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine Unterstützung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. Dass er nun einen Deal mit der Staatsführung erwägt, sehen viele Iranerinnen und Iraner kritisch.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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