"Falsche Darstellung"Irans Außenminister wirft Israel Kriegstreiberei vor

Das Mullah-Regime nutzt einen Medienbericht aus Israel für die Verunglimpfung der Proteste im eigenen Land. Der iranische Außenminister macht Israel schwere Vorwürfe. Eine Expertin widerspricht der Behauptung.
Irans Außenminister hat Israel vorgeworfen, die USA in einen Krieg hineinziehen zu wollen. "Israel hat schon immer versucht, die USA dazu zu bewegen, für sie Kriege zu führen. Aber bemerkenswerterweise sprechen sie diesmal offen darüber, was sonst verschwiegen wird", schrieb Abbas Araghtschi auf X in Reaktion auf einen Beitrag eines israelischen Journalisten, der über eine angebliche ausländische Bewaffnung der Demonstranten im Iran berichtet hatte. "Präsident Trump sollte nun genau wissen, wo er ansetzen muss, um die Tötungen zu beenden", schrieb der Minister weiter.
Der israelische Sender Channel 14, der dem rechtsnationalen Lager zugerechnet wird, berichtete am Dienstag über eine angebliche Bewaffnung der Demonstranten im Iran durch "ausländische Elemente". Nähere Details nannte der Bericht nicht.
"Wie erwartet nutzt die Islamische Republik die Anschuldigungen eines israelischen Journalisten, um ihre falsche Darstellung zu untermauern, dass iranische Demonstranten Agenten Israels und der USA seien", entgegnete die Iran-Expertin Holly Dagres vom US-amerikanischen Washington Institute auf X.
Bei den Protesten im Iran sind Aktivisten zufolge seit Ende Dezember mehr als 2500 Menschen ums Leben gekommen. Die "New York Times" berichtete zuletzt unter Berufung auf zwei iranische Offizielle von 3000 Toten. Unter den Toten befänden sich auch Hunderte von iranischen Sicherheitsbeamten, wird eine der Quellen zitiert.
Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben inzwischen eine landesweite Dimension angenommen. In Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.