Politik

Ruhani will zuvor verhandeln Irans Präsident droht mit Uran-Anreicherung

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Präsident Hassan Rouhani bezog in einer TV-Ansprache Stellung.

(Foto: REUTERS)

Der Iran gibt sich in einer ersten Reaktion auf den Ausstieg der USA aus dem Atom-Deal erst nüchtern, droht dann aber mit der industrielle Anreicherung von Uran. Dabei will er zunächst abwarten und das weitere Verfahren mit den verbleibenden Mächten besprechen.

Irans Präsident Hassan Ruhani hat nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Rückzug der USA aus dem Atomabkommen gedroht, wieder verstärkt Uran anzureichern. Er habe die iranische Atomenergieorganisation angewiesen, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um gegebenenfalls "die unbegrenzte industrielle Anreicherung" wiederaufzunehmen, sagte Ruhani im Staatsfernsehen.

Der Iran werde aber "einige Wochen" mit der Umsetzung dieser Entscheidung warten und zunächst das Ergebnis der Gespräche mit den anderen Vertragspartnern abwarten. Ruhani hatte zuvor angekündigt, das Gespräch mit den fünf Mitunterzeichnerstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China zu suchen, um zu versuchen, das Abkommen ohne die USA zu bewahren.

Ruhani hatte schon am Sonntag gesagt, dass die Reaktion des EU-Trios wichtiger sein werde als Trumps Entscheidung über das Abkommen. Besonders wolle der Iran abwarten, wie sich die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU weiterentwickeln werde. Der Iran steckt in einer ernsthaften Wirtschaftskrise und benötigt unbedingt die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU, besonders die Normalisierung der Bankbeziehungen.

Es sei nicht das erste Mal, dass Trump sich gegenüber Teheran feindselig zeige und das Land und Volk öffentlich beleidige, sagte Ruhani. "Mir tut das amerikanische Volk leid", sagte er. "Wir sind jedoch auch irgendwie froh, dass dieser Störfaktor aus dem Deal ist."

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/rts/dpa

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